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Reisetagebuch Kapitel 28 [Dezember 2015 - Oktober 2016] als PDF
(Entspannen zwischen Deutschland und Südfrankreich)

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Mehr über Bodensee: Kapitel 13
Einleitung

Entspannen zwischen Deutschland und Südfrankreich

2016: ein neues Jahr, neue Ideen! Ursprünglich hätten wir unseren Entdeckergeist mit einer grossen Reise durch Alaska, Yukon und den Nationalparks der USA befriedigen wollen. Wir haben aber von zu vielen schlechten Erfahrungen gehört, welche sogar gut integrierte Normalbürger mit den amerikanischen Einwanderungsbehörden gemacht haben. So kriegten wir den Eindruck, dass zwei verrückte Schweizer, die seit 17 Jahren in der Welt herumziehen, wohl nicht die ersten wären, denen die US Immigration ein grosszügiges Besucher-Visum ausstellen würden.

 

Während wir am Bodensee überwinterten, dachten wir etwas darüber nach, und änderten unsere Prioritäten. Nachdem wir 2015 so viele, für uns neue oder fast unbekannte, Länder und Regionen bereist hatten, fühlten wir nun, dass es besser wäre es dieses Jahr ruhiger zu nehmen. So folgerten wir, dass es für diesen Sommer das Beste sei, einfach auf uns bekannten FKK Plätzen eine gute Zeit zu haben. Da es im folgenden Reisebericht vorwiegend um Orte geht, welche wir in den vergangenen Jahren schon detailliert beschrieben haben, wollen wir ihn kurz und bündig halten.

Bodensee
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Fotos Mehr über die Bodenseeregion: Kapitel 25

Immenstaad: unser Winterquartier am Bodensee

Am 1. Dezember 2015 bezogen wir eine hübsche Ferienwohnung am Deutschen Bodensee-Ufer. Wir hatten diese helle moderne Wohnung in Immenstaad schon mehrmals gemietet und genossen ihre ideale Lage auch diesmal. Unzählige Wanderwege starten direkt vor der Haustür. Nicht einmal zum einkaufen brauchten wir das Auto, nur für Ausflüge, z.B. nach Meersburg ins superschöne Thermalbad, wo wir öfters die grosszügige Saunaanlage im Pfahlbaustil besuchten, welche direkt am Bodensee liegt. Weitere Exkursionen führten uns nach Konstanz, Stein am Rhein, Tuttlingen, Salem und Heiligenberg, Ravensburg, Tettnang, Wangen im Allgäu und Friedrichshafen. Zu Fuss kamen wir bis Kippenhausen, Hagnau, Bermatingen und einmal sogar nach Meersburg.

 

In Theorie, hatte man von unser Ferienwohnung eine super Aussicht über den See zu den Alpen. Im ersten Monat herrschte allerdings meist neblig feuchtes, aber schneeloses Winterwetter. So hatten wir genügend Zeit um unseren Reisebericht fertigzustellen und andere Arbeiten am Computer zu erledigen.

 

Obwohl sich unsere Winterresidenz in Deutschland befand, lag sie für viele unserer Schweizer Freunde nahe genug, um uns einen Besuch abzustatten. Wir genossen es, dass wir recht oft für ein paar Tage Besuch hatten. Heinz wollte unsere Gäste jeweils mit seinen Kochkünsten verwöhnen. Er musste aber bald feststellen, dass die Auswahl in deutschen Supermärkten nicht allzu grossartig ist, wenn man nach Qualitätsware Ausschau hält. Viele unserer Landsleute denken, dass sie in Schweizer Geschäften immer übers Ohr gehauen würden. Wenn man sie einmal zwingen würde ALLES in deutschen Supermärkten einzukaufen, würden sie sehr schnell danach lechzen, wieder in der Schweiz einkaufen zu dürfen!
In Deutschland sind preiswerte Produkte oft billig in jeder Hinsicht, Qualitätsprodukte hingegen, schwer zu finden. Und wenn man sie findet, sind sie häufig alles andere als günstig! Auf uns machen deutsche Fleischtheken oft einen eher unappetitlichen Eindruck und von den edleren Stücken muss man froh sein, wenn überhaupt ein einziges angeboten wird. Zurück in der Schweiz fühlt man sich dagegen schon fast im Tante Emma Laden wie im Schlaraffenland. Überall findet man Lammrücken- und Rindsfilets in den Kühltruhen; sogar hunderte, wenn sie im Angebot sind!
Rückblickend können wir nun verstehen, weshalb einige deutsche Freunde die Migros als Luxuskette, genauso wie das KDW in Berlin, betrachten. Für Schweizer ist die Migros jedoch bloss die billigste Supermarkt-Kette.

Freunde, die nach zehn Jahren in der Schweiz nach Deutschland zurückkehrten, erzählten uns ebenfalls, dass sie hier das breite Angebot der Schweizer Supermärkte vermissen. Sie bekamen ebenfalls den Eindruck, dass diese eigentlich gar nicht überteuert sind, wenn man die gute Qualität und die Löhne in der Schweiz in Betracht zieht. Echten Schnäppchen-Jägern macht es hingegen überhaupt nichts aus, hundert Kilometer mit ihren teuren Benzinfressern zu fahren, nur um ein paar Räppli zu sparen…

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Fotos Mehr über die Schweiz: Kapitel 23 - Kapitel 25

Schweiz: ein bisschen Schnee bitteschön

Anfangs März 2016 fuhren wir in die Schweiz, wo wir während der Skiferien von Edith & Kari ihr Haus hüten durften. Selbst in den Bergen hatte es vor Mitte Februar kaum geschneit, und am Bodensee schon gar nicht. Bloss drei Mal hatten dort ein paar Flocken angesetzt. Deshalb waren wir nun darauf erpicht ebenfalls in die Berge zu fahren, um wenigstens einen letzten Hauch der inzwischen dahinschmelzenden Winterpracht zu erleben. Wir suchten uns also eine schöne Ferienwohnung und wurden in Ulrichen fündig. Dieses Walliserdörfchen mit ~220 Einwohnern, liegt auf 1'350 Metern Höhe im Obergoms.

 

Als wir am 30. März 2016, zwei Tage nach Ostern, dort eintrafen, konnten wir es kaum glauben, dass fast alle Touristengeschäfte bereits dicht gemacht hatten. Schon gar nicht, nachdem wir hörten, dass es hier vor zwei Tagen noch richtiggehend überlaufen war! Zumindest verschwanden die Schneemassen nicht zusammen mit den Touristenmassen, auch wenn erstere nun schnell dahinschmolzen. Von bis zu zwei Metern Schneehöhe an unserem Ankunftstag, blieb eine Woche später nur noch etwa ein halber Meter übrig. Die Winterwanderwege wurden nicht mehr präpariert, dafür waren bereits die ersten Sommer-Fusswege vom Schnee geräumt. So fanden wir eine grosse Zahl an Wandermöglichkeiten zwischen den konstant zusammensackenden Schneewänden. In den charmanten kleinen Walliserdörfchen mit ihren typischen, charaktervollen Holzhäusern, türmten sich aber die Schneeberge teilweise immer noch 5-7 Meter hoch! Ganz offensichtlich, weiss man zwischen den Häusern kaum wohin mit dem überflüssigen Weiss.

 

Wir hatten in einem alten, geschickt renovierten Gebäude eine schöne, sehr moderne Ferienwohnung. Obwohl der Himmel meist bewölkt war, zog es uns täglich ins Freie um eine Wanderung zu machen. Wir liebten es auch, in den bildhübschen Walliserdörfchen herumzuschlendern. Nachdem wir die näher gelegenen wie Obergesteln, Oberwald, Geschinen und Münster besucht hatten, marschierten wir etwas weiter bis Reckingen und Biel, von wo wir den Zug zurücknahmen. Genauso reiste auch Heinz' Schwester Edith an, die uns spontan besuchte.

Als nächstes besuchten WIR jemanden, nämlich unsere Freundin Anne in Vevey am Genfersee, von wo wir nach zwei Tagen unsere Sommertour in Angriff nahmen.

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Fotos Mehr über Deutschland: Kapitel 22

Deutschland: zehn erlebnisreiche Tage im Südwesten

Am 9. April 2016 überquerten wir die Grenze nach Deutschland und kamen bald über den teilweise immer noch schneebedeckten Feldberg. Wir befanden uns nun im Schwarzwald, welchen wir auf unserem Weg nordwärts durchquerten. Wir fuhren an blühenden Frühlingswiesen vorbei, aber auch durch Wälder, in denen die Blätter gerade am spriessen waren. Gegen Abend erreichten wir Triberg. Wir übernachteten in diesem Ort in dem sich alles um die Kuckucks-Uhr dreht. Am nächsten Tag besichtigten wir die malerische Ortschaft Zell am Harmersbach. Als wir durch den Hochschwarzwald weiterfuhren, genossen wir herrliche Aussichten über Hügelketten und Hochmoore.

 

Heidelberg: eine schöne Stadt am Rande des Odenwaldes

 

Am späten Nachmittag des 10. April 2016 erreichten wir Heidelberg, eines unserer Hauptziele in Deutschland. Mit etwas Glück hatten wir am Stadtrand eine neue Ferienwohnung gefunden. Sie bot viel mehr, als ein Hotelzimmer und war nicht einmal teurer. Zudem konnten wir von dort das Zentrum bequem zu Fuss erreichen.

 

Dankdem Heidelberg im Zweiten Weltkrieg nicht bombardiert worden war, findet man dort eine intakte Altstadt. Sie erstreckt sich über mehrere Kilometer entlang des Flusses Neckar. In den Hügelzügen über den Flussufern findet man viele Spazierwege, von denen man wunderbare Aussichten über die historische Stadt geniessen kann. Die Ruine eines ehemals gigantischen Schlosses, welches über der Stadt thront, sowie eine alte Steinbrücke, gelten als Wahrzeichen.

 

Die Hauptstrasse durch die Altstadt gilt als längste Fussgängerzone Deutschlands und zieht sowohl Einheimische, als auch Touristen in Massen an. Natürlich bieten viele Lokal einfache Gerichte, als überteuerte Deutsche Spezialitäten an. Man findet aber sogar im touristischen Zentrum sowohl Sterneköche, als auch gute ethnische Lokale.

 

Heidelberg befindet sich am Übergang zwischen dem sattgrünen Odenwald und den stark industrialisierten Städten entlang des Rheins. Dasselbe gilt für mehrere hübsche Fachwerk-Dörfer in der Nähe, von denen wir Ladenburg und Schriesheim besuchten.

In ganz Deutschland ist es einfach, gute und preiswerte Snacks zu finden. Oft bieten sowohl Bäckereien, als auch Metzgereien, füllende Mahlzeiten an, die im angeschlossenen Stehcafé verzehrt werden können. Am anderen Ende der Skala ist die "Haute Cuisine" auf dem Vormarsch. Überraschenderweise fanden wir recht viele Restaurants, die sich mit Schlemmermahlzeiten einen Namen machen. Bei einem dieser aufsteigenden Sterne war es kein Zufall, dass wir uns mit einem hervorragenden gastronomischen Erlebnis verwöhnen liessen; dem Strahlenberger Hof in Schriesheim. Nach vielen Jahren im Ausland, hat der Küchenchef die Chance wahrgenommen, sein eigenes Lokal zu eröffnen. Er verbrachte auch 12 seiner Wanderjahre in der Schweiz, wo wir ihn vor ein paar Jahren kennengelernt hatten.

 

Da wir noch eine zweite, sogar noch grössere Stadt auf unserem Reiseprogramm hatten, dachten wir uns, dass etwas Grün dazwischen nicht schaden könnte. Zudem befanden wir uns ja bereits in der, als Odenwald bekannten Region, mit den bewaldeten Hügellandschaften. Für zwei Tage basierten wir uns in Fränkisch-Crumbach, einer kleinen Ortschaft mit guten Wandermöglichkeiten. Sowohl auf der Hin-, als auch auf der Weiterfahrt, besichtigten wir mehrere hübsche Ortschaften: Eberbach, Erbach und Michelstadt, sowie Heppenheim, Bensheim und die Stadt Darmstadt.

 

Frankfurt am Main: wo moderne Wolkenkratzer eine kleine Altstadt überragen

 

Am 16. April 2016 erreichten wir unser Backpackers im Stadtzentrum von Frankfurt, wo wir ein Zimmer und einen Parkplatz reserviert hatten. Während wir diese Stadt mit 700'000 Einwohnern vier Tage lang erkundeten, bewunderten wir die hypermodernen Wolkenkratzer, die es hier dutzendweise gibt. Da während des Zweiten Weltkriegs die gesamte Stadt bombardiert worden war, wurde sie inzwischen zu einem Magnet für Liebhaber moderner Architektur. Um einen grossen Platz, dem sogenannten Römerberg, wurden und werden einige historische Gebäude, bzw. deren Fassaden, rekonstruiert. Damit entstand im Zentrum wieder ein gewisses Altstadt-Feeling mit Fachwerkhäusern. Auch sehr lohnenswert ist ein Spaziergang entlang der beiden Main-Ufer. Man wird mit super Aussichten auf die Skyline der Stadt belohnt, deren Wahrzeichen meist sehr modern, und ausnahmsweise auch etwas älter sind.

 

Obwohl Frankfurt viele Ausländer anzieht, kommen die meisten eher als Mitarbeiter der Finanz- oder Messebranche, denn als Touristen. Tatsächlich wurde die City nicht nur zu einem wichtigen Finanzzentrum, sondern ist mittlerweile mit einem Messegelände von 592,127m2 auch der zweitgrösste Messeplatz der Welt.

Mit soviel Wohlstand, scheinen Einkaufs-, Fitness- und Wellness-Zentren wie Pilze aus dem Boden zu schiessen. Dass die Schweizer Banken hier gut vertreten sind, wunderte uns nicht. Hingegen schon, dass der grösste Schweizer Detailhändler Migros (eigentlich eine nicht Profit-orientierte Genossenschaft) hier nicht nur zahlreiche Supermärkte und Einrichtungshäuser betreibt, sondern auch drei gigantische Fitness-Zentren mit mehreren tausend Quadratmetern Grundfläche.

 

Nachdem wir die Grossstadt verlassen hatten, ging's wieder aufs Land. Als erstes besuchten wir das charmante Dorf Eltville am Rhein, mit seinen vielen Fachwerkhäusern. Der Ortsname mutet schon fast Elsässisch an, und genau dorthin waren wir auf dem Weg. Dazu überquerten wir den Hochwasser führenden Rhein mit einer Autofähre und fuhren danach an vielen sattgrünen und blühenden Wiesen vorbei.

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Mehr über Elsass: Kapitel 13

Das Elsass: Frankreich, aber ein bisschen anders

Am 20. April 2016 überquerten wir die Grenze nach Frankreich. Jetzt waren wir im Elsass, einer Region die sich deutlich vom Rest des Landes unterscheidet. Die Nachbarländer Deutschland und die Schweiz haben sowohl die Sprache, als auch die Küche beeinflusst. Wir haben zwar Elsässisch nicht oft gehört, Sauerkraut und Würstchen waren hingegen auf fast allen Menüs vertreten.

 

Wir freuten uns darauf, noch viele weitere malerische Dörfer mit Fachwerkhäusern zu sehen, wie wir sie von früheren Besuchen im südlichen Elsass in Erinnerung haben. Dieses Mal kamen wir in Wissembourg, ganz im Norden an. Wenn wir glaubten, dass die Architektur im ganzen Distrikt gleich sei, wurden wir bald eines Besseren belehrt. Wir wollen nicht sagen, dass Wissembourg, Haguenau, Saverne oder Wasselonne nicht schön seien, sie entsprechen bloss nicht dem Bild, das sich Touristen vom Elsass machen. Auch diese Ortschaften gefielen uns, aber das Bilderbuch-Elsass, das sich unser inneres Auge vorgestellt hatte, begann erst in Obernai und weiter südlich. Am schönsten fanden wir die Dörfer Barr, Ribeauvillé, Riquewihr und Kaysersberg. Nach unserem Geschmack haben sie deutlich mehr Charme, als die Kleinstädtchen Sélestat und Colmar, obwohl es natürlich noch viele weitere sehenswerte Ortschaften gibt.

 

Es ist kaum verwunderlich, dass die allerschönsten Dörfer auch die allermeisten Touristenbusse anziehen. So überrascht es nicht, dass das Gastgewerbe die Fähigkeit entwickelt hat, einfache traditionelle Gerichte als lokale Spezialitäten hochzuloben, und zu Preisen einer Schlemmermahlzeit aufzutischen. Man stelle sich einen grünen Salat vor, danach einen knusprig dünnen Flammkuchen, oder Speck und Wurst auf Sauerkraut, und zum Abschluss noch eine Kugel Billig-Eis aus dem Superdiscounter gefolgt von einer gut-gesalzenen Rechnung. In vielen der touristischen Elsässerdörfern, wie Obernai oder Ribeauvillé ist dies leider eher die Regel, als die Ausnahme.

 

In dieser Beziehung hatten wir richtig Glück. Die erste Nacht verbrachten wir in Haguenau, welches eigentlich nicht touristisch ist, die zweite in Obernai, wo uns der Zufall in ein aussergewöhnlich gutes Lokal führte und die letzten fünf Tage in Riquewihr, einem aussergewöhnlich guten Pflaster für Schlemmermäuler. Dort servieren viele Restaurants hochklassige und kreative Gerichte, andere auch Traditionelles, aber zu angemessenen Preisen.

 

An einem Tag waren wir bei Sonia+Tony eingeladen, einem Elsässer Paar, das wir vor ein paar Jahren im Sablière kennengelernt hatten. Sie zeigten uns ihr Nachbardorf Vieux-Thann und luden uns bei sich zu Hause zum Essen ein. Ein perfekter Abschluss unserer Reise durch das Elsass.

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Fotos Mehr über FKK in Frankreich: Kapitel 25 - Kapitel 24 - Kapitel 23 - Kapitel 22

Frankreich: Wiederkehr zu unseren favorisierten FKK Plätzen

Wie schon erwähnt, wollen wir einen unbeschwerten Sommer im Tenü splitternackt verbringen. Um das Zurücklehnen in den Vordergrund zu rücken, und zu viele neue Eindrücke zu vermeiden, halten wir uns an unsere Favoriten, welche wir schon seit langem kennen. Somit sollten wir sehr viel Zeit für uns haben, was bei uns Dauerurlaubern vielleicht etwas ironisch tönt. Es ist halt alles relativ!

Wir erinnern uns an eine Geschichte der Eigentümer-Familie des Seehofs, welcher heute wahrscheinlich das beste Restaurant in Immenstaad am Bodensee ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg beschlagnahmten die Franzosen das Hotel um ihre Offiziere unterzubringen. Die früheren Eigentümer erhielten Arbeitsverträge nach französischem Gesetz, er als Hausabwart, sie als Köchin. Nach der Besatzung renovierten die Franzosen das Gebäude und überliessen es wieder den ehemaligen Eigentümern. Im Nachhinein gestanden diese ein, dass sie noch nie im Leben so viel Freizeit und so wenig Arbeit hatten, und vorher noch nie soviel Zeit mit ihren Kindern verbringen konnten. Sie mussten sich zwar mit total neuen Ess- und Ernährungsgewohnheiten anfreunden, folgerten aber, dass sie noch nie so gut gegessen hätten, wie während der Zeit der französischen Besatzung.

Dies bringt uns zurück zu unserem Sommer in Frankreich, wo es uns einfach ums "vivre nu et manger bien" geht.

 

Ende April lebte der Winter nochmals auf und überzog die Hügelkuppen der Vogesen und des Schwarzwaldes wieder mit einer weissen Decke. Wir liessen uns aber nicht beirren und fuhren stur Richtung Süden, wo wir eine Reservation in einer FKK Ferienanlage hatten.

 

Am ersten Reisetag kamen wir via Belfort bisnach Lons le Saunier. Tags drauf fuhren wir auf einsamen Landstrassen über Felder und Hügel, erklommen den Aussichtspunkt bei St.Laurent la Roche, und besichtigten das malerische Dorf Crémieu. Nach einer Übernachtung in St. Jean de Bournay, überquerten wir die Rhone bei Tournon-sur-Rhône. Von dort führte uns die Strasse D578 durch fotogene Schluchten (leider ohne gute Anhaltemöglichkeiten zum fotografieren) und über den 1'350m hohen Col de Mézilhac. Schon bald erreichten wir die Distrikte Ardèche und Gard, wo unser "lazy summer" beginnen sollte.

 

Domaine de la Sablière:  markante Felsen über einem kleinen Fluss

 

Am 29. April 2016 erreichten wir die Domaine de la Sablière, etwa 30 km nordwestlich von Orange. Dieser schöne FKK-Platz befindet sich an spektakulärer Lage in einem waldbedeckten, eher steilen Flusstal. Die meisten der insgesamt 250 unterschiedlichen Unterkünfte und der ebenso vielen Stellplätze, liegen etwas versteckt unter Bäumen. Sonnenanbeter finden mehr als genug sonnige Liegeflächen bei den beiden Schwimmbecken, von denen eines gedeckt ist.  Sonnenverwöhnte Sand- und Kiesstrände findet man entlang des kleinen Flusses Cèze. Sablière's Wahrzeichen sind sicherlich die beiden Felsnasen, welche über dem Gewässer thronen.

 

Diesmal belegten wir zwei unterschiedliche Mobilheime; das erste bot uns viel Komfort, und das zweite eine grossartige Aussicht. Dies ergab sich so, weil uns Heinz' Schwester und Schwager, Edith und Kari, Ende Mai spontan für eine Woche besuchten. Zu viert genossen wir das Sablière wie man es sollte; wir liessen die Autos stehen und machten Gebrauch von den vielen, kilometerlangen Spazier- und Wanderwegen. Um uns abzukühlen, sprangen wir einfach in den Fluss, und zum Aufwärmen kamen das Hallenschwimmbad und die Sauna wie gerufen.

 

Sablière organisiert allwöchentlich einen Willkommens-Apero für Neuankömmlinge - so dachten wir uns jedenfalls! Nun gut, wir sahen dort vor allem Dauermieter, und die meisten kamen exakt nach dem Ende der kurzen, halbherzigen Vorstellungs-Rede. Als Gruppe profitierten sie vom angebotenen Wein und stürmten das Büffet. Sie jammerten dabei sogar noch, dass es weniger gut sei, als in der Vorwoche. Nachdem die Häppchen komplett weggeputzt waren und auch nicht nichts mehr übrig blieb, um sie runter zu spülen, torkelten sie danach zu ihren Autos und navigierten zurück zu ihren Stellplätzen, egal wie nahe diese lagen. Jetzt wissen wir, weshalb z.B. Arna seinen Willkommens-Apéro ganz klar "nur für Neu-Ankömmlinge" offeriert. Bei Gesprächen mit anderen Naturisten, erhalten wir häufig den Eindruck, dass sie reifer seien, als Normalbürger, nachdem wir dies hier gesehen haben, beginnen wir aber daran zu zweifeln!

 

Die Umgebung des Sablières bietet viele Ausflugsmöglichkeiten, sowohl malerische Dörfer, als auch spektakuläre Natur. Die Woche mit Edith und Kari reichte nicht, um alle Höhlen in der Ardèche zu sehen, wir besuchten aber die Ortschaften Barjac und Goudargues, die Kaskaden von Sautadet und das natürliche Felstor bei Vallon Pont d'Arc. Selbstverständlich legten wir unsere Ausflüge so, dass wir sie jeweils mit einer Schlemmermahlzeit in einem der vielen Gourmetlokale abschliessen konnten.

 

La Grande Cosse:  wunderschön, trotz vieler Gerüchte, aber…

 

Am 31. Mai 2016 fuhren wir direkt ans Mittelmeer, wo wir ein Mobilheim bei La Grande Cosse, in der Nähe von Béziers, reserviert hatten. Wir lieben dieses hervorragende FKK Resort wegen seiner Lage inmitten des Naturreservats "étang des pissevaches".. Da wir nach dem wiederholten Verkauf dieser Ferienanlage sehr viele Gerüchte gehört hatten, waren wir nun neugierig, was wir erleben würden.

 

An der Rezeption wurden wir von bekannten Gesichtern empfangen, und dies obwohl wir gehört hatten, das gesamte Personal sei entlassen, und durch lauter Gaffer ersetzt worden… Man gab uns ein deutlich besseres Mobilheim, als dasjenige, das wir bezahlt hatten.

 

Für eine gute Woche war unsere Schweizer Freundin Anne bei uns zu Besuch. Da sie La Grande Cosse noch nicht kannte, wollte sie alles kennenlernen und deshalb streiften wir umso mehr umher. Ihr hat das Gelände ebenfalls gut gefallen. Sonia und Toni, die schon seit Jahrzenten hierher kommen, haben hingegen viele der Veränderungen, die der Platz momentan durchmachte, als negativ empfunden.


Es fiel uns auf, dass die neue Muttergesellschaft sehr viel Geld investiert, um La Grande Cosse zu einem noch familienfreundlicheren Camping zu machen. Die Zahl der Stellplätze wurde allerdings massiv reduziert und durch fast einhundert zusätzliche Mobilheime, alle mit Geschirrspüler, ersetzt. Kinder waren bestimmt begeistert von den neuen Hüpfburgen, den zusätzlichen Spielplätzen und vor allem den grossen, korkenzieherförmigen Wasserrutschen.

 

Viele der Stammgäste und Dauermieter, die schon sehr lange hierher kommen, fürchteten, dass "die neue Zielgruppe" Familien MIT Kindern die Ruhe und den Frieden des Platzes stören würden. Für uns hingegen, war La Grand Cosse nun noch attraktiver, als früher. Seine Lage in einem Naturreservat, direkt am Strand, ist so schön wie immer. Auch diesmal hatten wir das Glück, viele Wasservögel zu sehen, darunter eine grosse Zahl Flamingos. Der Weg durch das Marschland mit seinen vielen Tümpeln und Kanälen, von denen einige mit Brücken überspannt sind, ist ausgesprochen malerisch. Je nach Wasserstand können auf dem Weg zum Strand viele lohnenswerte Umwege gemacht werden um das einzigartige Eco-System zu erkunden - Kleider braucht es nicht.

 

Nachdem der Platz Anfangs 2016 ein zweites Mal verkauft wurde, investierte man grosszügig. Mit seinen neuen Einrichtungen, wird La Grand Cosse zu einem noch familienfreundlicheren Naturistenparadies werden…

 

(Heart-) Breaking News


... dachten wir uns jedenfalls! Die neuen Eigentümer sahen dies dann anders! Im Herbst 2016 wurde entschieden, dass La Grande Gosse ab 2017 als Textilcamping betrieben wird. Einem Zeitungsartikel von "ladepeche.fr" war zu entnehmen, dass der Gemeinderat von Saint Pierre la Mer (commune de Fleury) entschied, dass der Strand weiterhin als FKK-Zone bestehen bleibt. Nicht-Naturisten werden aber in einem 100 Meter breiten Abschnitt geduldet!

 

Wir entdeckten La Grande Cosse im Jahr 2012. Für uns ist, bzw. war, dieser Platz die mit grossem Abstand schönste FKK-Ferienanlage, welche wir am Mittelmeer kennen, und deshalb sind wir recht betrübt. Wir können aber trotzdem die Entscheidung des neuen Managements verstehen.

Der Campingplatz wurde von zwei Französischen Paaren aufgebaut, die ihn im Jahr 2000 aus gesundheitlichen Gründen verkaufen mussten. Sie betrieben La Grande Cosse als Ort für Naturisten, welche den ungestörten Frieden und die Stille des Platzes schätzten, und dies am liebsten so beibehalten wollten. Sowohl die neuen Eigentümer, als auch diejenigen an welche der Platz Anfangs 2016 weiterverkauft wurde, investierten aber viel Geld, um La Grande Cosse zu einer modernen, familienfreundlichen FKK-Ferienanlage mit erstklassigen Einrichtungen zu machen.

In unseren Augen, hat das neue Management von La Grande Cosse gute Arbeit geleistet. In den Augen der alteingesessenen Stammgäste, die schon vor 2000 hier waren, erschien aber jede Neuerung wie ein weiterer Sargnagel in ihrem verschwindenden Paradies. So begannen sie über alles zu jammern, seien es die Hüpfburgen, die Wasserrutschen, die neuen Mobilheime, die lärmenden Kinder, oder auch nur die Preise im Lebensmittelgeschäft. Die Stammgäste organisierten sogar einen Boykott des Ladens. Schlussendlich begannen sie damit, die Internetforen mit schlechten Bewertungen vollzupflastern, wie beispielsweise die nachfolgende "1 von 5 Sternen Bewertung": "Leider nicht mehr, wie es mal war; Neues Management, neues Konzept. Wir waren viele Male hier und haben dieses Mal leider feststellen müssen, dass die Zielgruppe nun Familien mit Kindern sind. Zu viel Animation und Krach….." und so weiter.
Im hektischen Alltag bleibt kaum Zeit, um eine Bewertung richtig zu lesen. Man sieht nur die schlechte Bewertung, egal ab sie gerechtfertigt ist oder nicht, und bucht woanders…

Ganz logisch, wenn die alteingesessenen Stammgäste nicht mehr zurückkehren, aber alles menschenmögliche unternehmen, um der Ferienanlage einen schlechten Ruf anzuhängen, müssen sich die neuen Eigentümer eh nach einem neuen Kundenkreis umsehen. Damit hat sich das, wirtschaftlich gesehen, grösste Argument La Grande Cosse als FKK-Ferienzentrum zu erhalten, in Luft aufgelöst.

 

Ganz unverblümt: die ewig nörgelnden Stammgäste haben wohl ganz unbewusst auch die letzten Nägel in den Sarg für La Grande Cosse als FKK-Ferienzentrum eingeschlagen. Einige ältere Leute wollen einfach nicht begreifen, dass es die junge Generation ist, die die Zukunft der Naturisten-Bewegung und -Ferienzentren sicherstellt, nicht diejenigen im Vorzimmer zu Himmel und Hölle...

 

Es gibt immer noch einen Funken Hoffnung. Hand aufs Herz, wir denken nicht, dass es viele "Textile" Urlauber gibt, welche begeistert 700 Meter zur Beach laufen, nur um festzustellen, dass es sich eigentlich um einen FKK-Strand handelt, an dem, in einem kleinen Abschnitt, Badekleider noch knapp toleriert werden. Deshalb wären wir nicht erstaunt, wenn Franceloc (unbenannt zu Capefun), die neue Eigentümerin von La Grande Cosse, ihre Entscheidung auf die Saison 2018 hin, wieder rückgängig machen würde. Hoffen wir das Beste....

 

Foix und Auch:  sehenswerte Städtchen zwischen den Küsten

 

Am 24. Mai 20016 verliessen wir das Mittelmeer Richtung Atlantik. Als erstes fuhren wir durch das spektakuläre Corbière Gebirge. Nach einem Besuch der Ortschaften Durban, Tuchan und Saint-Paul-de-Fenouillet, folgten wir dem Fuss der Pyrenäen. Die Landschaft wechselte zwischen felsigen Schluchten und weiten grünen Tälern mit einigen Rebbergen. Wir übernachteten im pittoresken Städtchen Foix, wo wir ein überraschend leckeres Abendessen fanden.

 

Nach einer ungewöhnlichen Hitzewelle in den Vorwochen, brachte ein Gewitter die langersehnte Abkühlung. Der Regen wollte aber am nächsten Tag nicht aufhören. Deshalb entschieden wir uns, eher im Flachland weiterzufahren. So kamen wir durchs malerische Altstadtquartier von Samatan und anschliessend über geschwungene Hügelzüge mit goldenen Kornfeldern.

 

Als wir die Stadt Auch erreichten, suchten wir uns wieder ein Hotel. Genauso wie Foix, hat auch Auch eine Festung, die über der Stadt thront. Hier handelt es sich hingegen nicht um ein Schloss, sondern um zwei mächtige Kirchen. Beim Erkunden ging's treppauf und treppab. Einige der vielen Stufen haben sogar Geschichte geschrieben. Das Lokal, wo wir zu Abend assen, war alleine schon wegen seines Namens einen Besuch wert: "Jeff, envoie du bois" (Jeff, bring Holz).

 

ARNA: gross, lebhaft, aber dennoch beschaulich und ruhig

 

Am nächsten Tag, dem 26. Mai 2016, erreichten wir Arna, etwa 50km nördlich von Biarritz. Wir mögen dieses FKK Gelände wegen seinem Ambiente voller Lebensfreude, seiner komfortablen Unterkünfte, und seiner erstklassigen Einrichtungen und Lage, gleich hinter der Düne eines besonders schönen Atlantikstrandes. Wegen des Golfstroms ist das Wasser hier sogar wärmer, als am Mittelmeer.

 

Ein Teil von Arna's einzigartiger Atmosphäre entsteht dadurch, dass Gäste wählen können, ob sie hier eine ruhige Zeit, oder genau das Gegenteil haben möchten. Alle Animationen, die als störend empfunden werden könnten, finden entweder im "Untergrund" statt, wie z.B. die Disco, oder sind geschickt in einer Kuhle positioniert, wie z.B. das Freilichttheater mit seinen professionellen Vorführungen.

 

Überhaupt keinen Lärm verursacht das gebührenpflichtige WLAN-Netzwerk, welches deutlich verbessert wurde. Wenn man bedenkt, dass der Camping in einem Pinienwald liegt, muss hier sehr viel Geld investiert worden sein, damit das Signal jetzt überall zuverlässig verfügbar ist.

 

Wiederum waren wir vom grossen Markt beeindruckt, der jeden Montagabend im Zentrum des Feriendorfes stattfindet. Es war schön zu sehen, dass einige der Standbetreiber inzwischen selbst zu Naturisten mutierten und ihre Kundschaft nur noch mit einer Schürze bekleidet, bedienen. Als wir dachten, die 30-40 Stände in Arna machten einen grossen Markt aus, waren wir noch nicht in Moliet Plage gewesen. Dieses etwa 8km entfernte Dorf existiert wahrscheinlich nur während der Sommerferien. Dann ist aber die ganze Ortschaft zugepflastert mit Marktständen, Souvenir Shops, Speiselokalen und Urlaubern. Die Saison ist allerdings sehr kurz. Erstaunlich viele Lokale öffneten ihre Tore erst Ende Juli. Zum Glück hatte unsere Neuentdeckung schon früh in der Saison geöffnet: das Restaurant Globetrotter. Ein kleines einfaches, aber hervorragendes Speiselokal, das vielen Traveller-Treffpunkten in Asien gleicht.

 

Baïnes: einladende, aber sehr gefährliche Fallen

 

Arna's weitläufiger FKK-Strand ist sicherlich sein grösstes Besuchermagnet, bildet aber auch die grösste Gefahr für die Urlauber. Zum Glück kann man sich auf die Rettungsschwimmer verlassen. Badende, welche in Gefahr kommen, können oft gerettet werden, bevor überhaupt eine Reanimation notwendig wird.
Wer hingegen ausserhalb des bewachten Strandabschnitts badet, setzt sich einem sehr hohen Risiko aus. Gemäss Statistik, ereignen sich in Frankreich mehr als 80% der tödlichen Bade-Unfälle ausserhalb bewachter Strandabschnitte. Vor allem der Atlantik fordert viele Opfer. Im Gegensatz zur landläufigen Meinung, ist es da, wo die Wellen am stärksten rollen, am sichersten, wohingegen Abschnitte mit ruhigem Wasser, die gefährlichsten sind. Sogar harmlos aussehende Wasserlöcher entlang des Ufers, können plötzlich zu tödlichen Fallen werden.
Sandbänke, sowohl sichtbare, als auch solche unter Wasser, schaffen viele einladend aussehende, Lagunen-ähnliche, Badebecken. Diese Baïnes, wie sie auf Französisch genannt werden, fordern aber viele, während der Sommermonate leider fast täglich, Opfer. Durch die Gezeiten und den starken Wellengang bilden sich regelmässig plötzlich auftretende, starke Strömungen. Sogar erfahrene Schwimmer werden fast sicher ihr Leben verlieren, wenn sie versuchen, gegen diese Strömungen anzukämpfen. Wenn kein Rettungsschwimmer in der Nähe ist, hat man nur eine realistische Überlebenschance, wenn man es zulässt, von den Wellen Richtung offenes Meer getrieben zu werden, auch wenn dies gegen den Instinkt ist! Weiter draussen wird die Strömung schwächer und man kann sie verlassen, indem man seitwärts zur Küste schwimmt. Dieser Umweg kann die notwendige Kraft erhalten, um wieder ans Ufer zurückzugelangen.

Die bewachten Strandabschnitte werden immer an Stellen eingerichtet, wo keine starken Strömungen auftreten. Aber gleich daneben kann es Baïnes geben, welche gedankenlose Schwimmer einem hohen Risiko aussetzen. Natürlich könnte man auch argumentieren, dass man diejenigen, welche das Risiko kennen, und bereit sind die Konsequenzen zu tragen, nicht davon abhalten sollte, an einer einsamen Stelle zu baden. Wenn aber etwas passieren sollte, verderben sie auch all denjenigen den Spass, die da baden, wo es gedacht ist.
Ein Deutsches Paar, das seinen Urlaub im ARNA verbrachte, empfand es als geruhsamer, etwa zwei Kilometer nördlich des bewachten Strandabschnitts ins Wasser zu gehen. Wir geben zu, die natürliche Lagune zwischen der sandigen Halbinsel und dem Ufer, erschien ruhig und einladend. Die beiden wurden aber von plötzlich auftretenden Strömungen erfasst. Die Frau kam knapp mit dem Leben davon, für ihn kam jedoch jede Hilfe zu spät.
Ein Helikopter und Rettungsschwimmer wurden aufgeboten. Vernünftigerweise wurde aber zuerst dafür gesorgt, dass im bewachten Strandabschnitt alle zurück ans Ufer kamen, bevor man versuchte, das Leben derjenigen zu retten, welche woanders badeten. Wegen diesem Vorfall war das Schwimmen am FKK-Strand für drei Stunden, und am nahegelegenen Textil-Strand für 1½ Stunden verboten und alle kriegten mit, dass es keinen Krankenwagen mehr brauchte... ein unnötiges tragisches Ende eines Urlaubs.

 

Domaine Laborde: verbindet Urlauber von nah und fern

 

Es war der 31. Juli 2016, als wir vom Atlantik, welcher für seine weitläufigen Strände bekannt ist, in die Region der Dordogne wechselten, die für ihre hübschen Dörfer und ihre Schlemmerlokale bekannt ist. Wir hatten uns für die Domaine Laborde entschieden, ein gut ausgestattetes FKK Gelände mit zwei Schwimm-Teichen. Es liegt direkt an der Grenze zwischen den Distrikten Dordogne und Lot-et-Garonne. Mit seinen etwa 125 Campingplätzen und 35 Mietmöglichkeiten, handelt es sich zwar um eine eher kleine Ferienanlage, ist aber immer noch gross genug, um tägliche Animationen, ein Restaurant, ein kleines Lebensmittelgeschäft, Sauna und Hamam, sowie ein Innen-, und ein Aussenschwimmbad anzubieten. Die zwei grossen Wasserrutschen sind sicherlich das Besuchermagnet dieses familienorientierten Platzes.

 

Laborde ist eines von wenigen FKK Geländen unter niederländischer Leitung, welches es schafft eine wahrlich internationale Kundschaft anzuziehen. Natürlich kommen viele Landsleute, im August machen aber die Einheimischen fast die Hälfte der Gäste aus. Viele Französische Familien verbringen ihre Sommerferien seit über 10 Jahren regelmässig im Laborde. Man sieht auch viele Naturisten aus Grossbritannien und dieses Jahr trafen wir sogar vier Urlauber aus China. Trotz der kulturellen Unterschiede, schienen sie gar nicht so unterschiedlich zu uns Europäern. Als wir die etwa 20 jährige Chinesin fragten, ob sie zum ersten Mal FKK mache, und ob es ihr gefalle, bejahte sie beides, genauso wir ihr Freund. Als wir jedoch nachfragten, ob das ältere Paar ihre Eltern seien, antwortete sie total "un-asiatisch": "Oh, nein nein!!! Ich würde niemals mit meinen Eltern hierher kommen. Es sind Freunde meines Vaters, die hier in Frankreich leben".

 

Ausser, dass wir neue Bekanntschaften machten, trafen wir auch Gudrun und Uly, zwei Deutsche die auch sehr gerne reisen. Sie statteten uns einen Überraschungsbesuch ab, und wir waren ebenfalls überrascht, dass sie mit uns zum Schlemmen in ein nettes Lokal kommen wollten. Wir verbrachten eine tolle Zeit in Laborde und die Gourmet Mahlzeiten in der Dordogne waren eine perfekte Abwechslung zu unserem Aufenthalt am Atlantik.

 

CHM Monta: das nakteste Naturistendorf

 

Am 13. August 2016 fuhren wir zurück an die Küste, diesmal ins CHM Monta (Centre Hélio Marin Montalivet), direkt ausserhalb des Sommer-Ferienortes Montalivet. Unter der Geburtsstätte des Naturismus, stellen sich viele immer noch ein simples FKK Dorf ohne viel Komfort vor. Inzwischen ist CHM Monta aber ein modernes Ferienzentrum mit erstklassigen Einrichtungen. Natürlich kommen die Gäste wegen des Atlantikstrandes hierher. Wenn aber das Wasser zu wild, oder zu kalt ist, gibt es zum Glück zwei grosse Schwimmbäder, die beide auf 29°C aufgeheizt sind. Das eine ist nun gedeckt, und das grössere ist eigentlich ein wunderschöner, lagunenähnlicher Wasserpark mit grossen Rutschen.

 

Bei unserer Ankunft Mitte August war die Ferienanlage mit etwa 18'000 Naturisten voll belegt. Die Atmosphäre war einfach grossartig, irgendwie fast nicht zu beschreiben. Der Naturismus wird hier mit voller Lebensfreude ausgelebt, auch mit nackten Rettungsschwimmern am Strand und an den Pools, unbekleideten Animatoren, Restaurants bei denen oben-ohne serviert wird, nackte Musiker und unzählige Urlauber, die nackt dinieren und einkaufen. Kurzgesagt: nacktes Leben so natürlich, wie es nur sein kann, und selbst die Jugendlichen machten mit.

 

Obwohl CHM Monta inzwischen ein modernes, attraktives und gut ausgestattetes Ferienzentrum ist, zieht es immer noch vorwiegend echte, selbstzufriedene Naturisten an. Man fühlt einen deutlichen Unterschied zu anderen FKK Geländen. Wir stimmen mit Ted, unserem Mobilheim-Nachbarn aus den USA, vollkommen überein, der sagte: "Ich kenne kein anderes Naturisten-Resort, wo Nacktheit so natürlich ist und so selbstverständlich von so vielen Menschen jeden Alters und Geschlechts praktiziert wird, wie im CHM Monta".

 

Le Couderc: unser verlängerter Sommer

 

Gegen Mitte September wurde es am Atlantik deutlich ruhiger. Am 17. September verliessen auch wir unser Feriendomizil am Meer und fuhren zurück in die Dordogne Region. Bei unserer Ankunft in Le Couderc bot sich uns ein ganz anderes Bild. In diesem FKK Gelände bei Beaumont-du-Périgord, waren noch alle Mietmöglichkeiten, 22 Chalets und 6 möblierte Zelte, belegt, dazu noch etwa die Hälfte der 160 Campingplätze. Eine Kombination aus exzellenten Einrichtungen und gutem Service, sowie attraktiven Preisen, verlängern die Saison von Le Couderc bis Mitte Oktober.

 

Ein kleiner Supermarkt, Take-Away, Pizzeria, Bar und Restaurant, waren immer noch täglich geöffnet. Das Restaurant war sehr beliebt. Auch Leute aus der Nachbarschaft kamen regelmässig zum Abendessen und gelegentlich sogar für eine Familienfeier. Dies bewies nicht nur die Qualität der Küche, sondern auch die gute Akzeptanz dieses FKK Geländes in der Umgebung. Mehrere Leute aus der Region besitzen Saisonpässe und profitieren gerne von den grosszügigen Öffnungszeiten. Im Gegensatz zu einigen viel grösseren Resorts, bleiben bei Le Couderc die grosse Sauna, das neue Dampfbad mit Sternenhimmel, das Sprudel- und auch das Schwimmbad, täglich bis 22h geöffnet, einmal wöchentlich sogar bis Mitternacht. Kann man anfangs Oktober einen besseren Service erwarten?

 

Jeden Mittwochabend ist die "offene Bühne" auf dem Programm. Im Hochsommer stehen die Gäste regelrecht an, um etwas vorzuführen. Dann findet das "open podium" auf einer Freiluftbühne statt und die Zuschauer sitzen auf einer grossen Wiese. In kälteren Jahreszeiten, wie jetzt im Herbst, befindet sich die Bühne in einer grossen Scheune mit Bar und einem offenem Kamin. Wir erfuhren, dass sich unter Le Couderc's Gästeschar viele Berufs-Künstler aus den Niederlanden befinden. Natürlich hat es in der Nebensaison je länger, je weniger Leute; sowohl Zuschauer, als auch Artisten. Das muss aber nichts heissen. Von den drei "open podiums", die wir diesmal besuchten, waren die letzten beiden viel beeindruckender als das Erste. Es ist absolut imponierend zu erleben, wie eine "ad hoc" Band so hochklassige Musik spielen kann. Es war jeweils wie ein gratis Konzert zu dem die Zuschauer sangen und tanzten.

 

Unser Aufenthalt im Le Couderc war eine perfekte Verlängerung des Sommers, mit wirklich warmem Wetter; ein Altweibersommer wie im Bilderbuch. Viele Sonnenanbeter profitierten davon und so blieben alle Mietunterkünfte bis anfangs Oktober belegt, nur die Campingplätze leerten sich langsam. Tagsüber genossen wir unsere Spaziergänge auf dem Gelände und im umliegenden Wald. Manchmal paddelten wir auch eine Runde im kleinen Teich. Abends warteten der Pool-Komplex mit der Sauna.

Obwohl wir ein grosses Chalet mit guter Küche hatten, fuhren wir ab und zu hinaus, um die Französische Haute Cuisine zu geniessen. Die Zeit war auch reif um neue Reise-Ideen zu sammeln. Kurz und gut, wir waren sehr beschäftigt und hatten kaum Zeit, unseren Trip nach Irland vorzubereiten. Dieser startete theoretisch am 11. Oktober 2016, mit unserer Abreise von Le Couderc.

 

La Rochelle und Vannes:  lohnenswerte Stopps auf dem Weg nach Roscoff

 

Auf guten Landstrassen fuhren wir nordwärts Richtung Bretagne und planten drei Tage ein, um die 750km zum Fährhafen zurückzulegen. So hatten wir Zeit für ein paar Umwege zu lohnenswerten Destinationen. Als erstes besuchten wir die angenehme, aber etwas touristische Hafenstadt La Rochelle. Wir verbrachten eine Nacht im brandneuen Hotel "Première Classe" in der Nähe des Stadtzentrums, wo wir sowohl am Abend, als auch am nächsten Morgen gerne herumschlenderten.

 

Nach einer Fahrt über weitere Landstrassen und über die eindrücklich grosse Hängebrücke "Pont de Saint Nazaire", erreichten wir Vannes, unser nächstes Ziel. Die Altstadt mit ihren vielen Fachwerkhäusern ist besonders schön. Mit unserem Zentrumshotel, dem "Manche-Océane", waren wir ebenfalls sehr zufrieden. Wir nahmen uns viel Zeit das Zentrum sowohl innerhalb, als auch ausserhalb der Stadtmauern zu erkunden, genauso wie den malerischen Hafen. Wir blieben zwar zwei Tage, hätten aber locker zwei Wochen bleiben können, um wenigstens die besten Lokale auszuprobieren.

 

Am 14. Oktober 2016 ging's wieder auf die Strasse, diesmal um die "Bretagne Halbinsel" zu durchquerten. Zum Mittagessen rasteten wir im kleinen Dorf Huelgoat am Fao See. Wir hatten Glück, dass unsere Wunsch-Crêperie noch geöffnet hatte, obwohl wir erst nach 14h eintrafen, wenn die meisten französischen Lokale zum Mittagsschlaf übergehen. Crêpes, die weitherum bekannten dünnen Pfannkuchen, wie auch die pikante Version: Galette, stammen aus der Bretagne. So fühlten wir uns fast "verpflichtet" ein paar zu bestellen. Zum Glück reicht einer niemals für eine sättigende Mahlzeit.

 

Nach einem vorwiegend warmen und sonnigen Sommer, hatte es am Morgen, bei unserer Abfahrt von Vannes, dicken Nebel. Als erstes dachten wir schon, dass unser letzter Eindruck von Frankreich wohl derselbe sei, der uns in den kommenden Monaten in Irland erwarten würde. Lange bevor wir jedoch den Hafenort Roscoff erreichten, lichteten sich die Wolken und es wurde wieder stahlblau. So erlebten wir den malerischen Fischerhafen in bestem Licht. Bei Sonnenuntergang fuhren wir an Bord einer grossen Autofähre von Brittany Ferries, welche uns in der Nacht zu einer neuen Insel, mit neuen Abenteuern brachte…

 


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