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Reisetagebuch Kapitel 10 B [28. März - 28. April 2005] als PDF
(Mikronesien: Kosrae, Pohnpei, Yap, Palau & Guam)

Federation der Staaten Mikronesiens (FSM) Palau Guam (USA)
Fotos: Mikronesien Mehr über den Pazifik: Südsee

Mikronesien; die kleinen Inseln im Nordpazifik

Da selbst weitgereiste Weltenbummler oft nicht genau wissen, wo Mikronesien liegt, versuchen wir es Mal zu erklären. Es umfasst ein riesiges Gebiet im nördlichen pazifischen Ozean mit tausenden von tropisch grünen Inseln, verstreut zwischen den Philippinen und Hawaii. Der Name steht für "kleine Inseln" welche zusammen eine Landfläche von nur 3'225 km² umfassen, aber über eine Meeresfläche von über 11.66 Mio km² verteilt sind. Die Region Mikronesiens umfasst folgende Inselgruppen:

Caroline Inseln, die heute die Federation der Staaten Mikronesiens bilden, die Marshall Inseln, Palau, Kiribati, Nauru und die amerikanischen Territorien Guam und Northern Marianas.

 

Nachdem die ersten Inseln 1521 von den Spaniern 'entdeckt' worden waren, änderte sich in den darauffolgenden 150 Jahren noch sehr wenig. Danach begann für die Inseln aber eine unglückliche Zeit. Eine um die andere wurde besetzt und kolonialisiert und gewaltsam Christianisiert, oft auf mörderische Art und Weise. Nachdem die Einheimischen nicht freiwillig zum Christentum übertreten wollten, gingen die Spanier mit Gewalt vor und haben sogar Truppen gerufen, damit sie die Missionare unterstützen, die Zwangstaufen durchführten. Die Bevölkerungszahlen wurden zudem drastisch reduziert durch neue Seuchen, welche  die Besetzer und Missionare einschleppten. Teilweise blieben grad noch 5% der Leute übrig. Im Laufe der Zeit wurden die Inseln vor allem zwischen den Deutschen, den Engländern, nochmals den Spaniern und den Japanern gehandelt und wieder besetzt. Nach dem 2. Weltkrieg fielen sie schlussendlich an die Amerikaner. In den letzten 50 Jahren wurden die meisten der Inseln mehr oder weniger Unabhängig. Doch sie sind noch immer stark abhängig von Subventionen ihrer letzten Kolonialmacht, den USA.

 

Die überlebenden Mikronesier haben bevölkerungsmässig wieder etwas zulegen können, haben aber heute den grössten Teil ihrer traditionellen Kultur und Religion verloren. Am meisten haben noch Yap und Kiribati an ihren Traditionen festhalten können, welche sich noch nicht von der Neuzeit einholen liessen, wie man dem Leitspruch einer Touristenbroschüre entnehmen kann, welche von der Regierung eines dieser Inselstaaten heraus gegeben wurde: "wir hoffen unsere Besucher schätzen die Werte, welche wir als wichtig erachten: Familie, Gastfreundschaft, Frieden und Besinnlichkeit. Zeit zu plaudern und zu teilen, Zeit zum Entspannen. Wir ziehen diese Werte dem Fernsehen vor - wir haben keines. Arbeit - wir arbeiten, aber wir werden nicht zu Sklaven ihrer und den Zwängen des modernen Lebens.

 

Dies und alles andere das wir über diese Inseln bisher gelesen hatten, tönte für uns sehr interessant und weil uns Polynesien auf der letzten Reise so gefallen hatte waren wir nun gespannt ob uns auch  Kosrae, Pohnpei, Yap und Palau, die 4 Inseln welche wir mit unserem Flugpass ab Guam ausgewählt hatten, ebenfalls so gut gefallen würden und ob sie noch etwas von diesem Geist in sich bergen.

 

Inselhüpfend sahen wir vom Flugzeug aus bereits viele wunderschöne Atolle und Inseln, als wir via Guam, Chuuk und Pohnpei unser erstes Ziel: Kosrae, erreichten. Dies ist eine der vier Inseln der Federation der Staaten Mikronesiens, kurz FSM genannt. Auf dem letzten Flug sahen wir viele Einheimische die Kränze im Haar und Ketten um den Hals trugen, welche aus frischen Blumen geflochten waren. Da es Ostermontag war, kehrten viele von Besuchen bei ihren Verwandten zurück und bekamen diese als Abschiedsgeschenke mit auf den Weg. Nach der Landung wollte uns zwei Mal jemand vom Flughafenpersonal in den Transitbereich schicken, was ein erster kleiner Hinweis war, dass nicht viele Touristen diese Insel besuchen. Aber genau hier begann unser Abenteuer! An der einfachen Gepäckausgabe ohne Förderband, waren wir die einzigen die so kleine Gepäckstücke entgegen nahmen. All die Einheimischen hatten riesige Karton- und Plastik-Schachteln, sowie Kühlboxen (50x50x100cm), welche alle möglichen Geschenke enthielten, sogar lebende Meerestiere. Nicht der Flug, sondern die Geschenke bilden die Hauptausgaben, wenn die Insulaner ihre Familienmitglieder auf anderen Inseln besuchen.

Nach der Zollabfertigung wurden die Heimkehrenden mit Chorgesang empfangen und alle, auch wir, bekamen als Willkommensgeschenk einen Blumenkranz ins Haar.

 

Die weitherum sichtbare Hügelkette welche einer schlafenden Frau gleicht, ist das Wahrzeichen Kosrae's. Die Insel ist nur etwa 110 km² gross und hat etwa 7'500 Einwohner, welche jedoch nicht in kompakten Dörfern, sondern der ganzen Strasse entlang verteilt wohnen, welche ¾ der vulkanischen Insel umrundet. Sogar Tofol, der sogenannte Hauptort, ist nur eine Ansammlung von Regierungs- und Dienstleistungs-Gebäuden.

 

Für uns waren die Leute die Hauptattraktion! Sie grüssten uns immer mit einem Lächeln, selbst dann, wenn sie im Auto an uns vorbei fuhren. Die vielen Kinder posierten richtiggehend vor uns und sie schienen fast enttäuscht, wenn wir Mal nicht die Kamera zückten. Da man am besten mit den Bewohnern in Kontakt kam, wenn man zu Fuss ging, liefen wir uns richtig die Beine wund.

Ansonsten benutzten wir oft ein Taxi, da die drei Restaurants recht weit voneinander entfernt lagen. Taxis waren zwar billig, aber schwer zu finden, da sie sehr gefragt waren. Es hat uns erstaunt, wie viele Autos auf dieser kleinen Insel fuhren. Fast jede Familie besass einen Wagen, auch wenn dieser oft etwas verbeult war und Sprünge in der Scheibe hatte, wenn es denn überhaupt noch eine Scheibe gab. Meistens wurden diese Autos von Japan oder Australien importiert. Der Verkehr fuhr auf der rechten Seite, die Wagen konnten aber beides sein: links- oder rechts gesteuert, dies war den Leuten absolut egal. Der Verkehr war hier auch recht sicher, und dies vor allem dank der tief angesetzten (und eingehaltenen) Geschwindigkeitslimite von 15 Meilen/Std. (24 km/h) innerorts, bzw. 25 M/Std. (40 km/h) ausserhalb der Siedlungen. Nach Einbruch der Dunkelheit überquerten viele Krebse die Strasse entlang des Ufers. Oft kamen sie dabei unter die Räder, denn sie haben nicht gelernt, dass sie ihre alte Taktik vom Stehenbleiben um nicht gesehen zu werden, revidieren sollten, wenn ein Auto auf sie zukommt.

 

Wir sahen oft, dass die Automobilisten während des Fahrens die Türe öffneten und wir erfuhren, dass sie dies taten, um den roten Saft, der beim Kauen der Betelnuss entstand, auszuspucken. Diese Gewohnheit war unter den Inselbewohnern stark verbreitet. Sogar der Zöllner am Flughafen war am Betelnuss kauen, während er unsere Pässe stempelte.

 

Holzhäuser sahen wir hier fast nie. Entweder waren sie aus Backstein gebaut, aber am häufigsten waren leider die einfachen Hütten, welche oft nur aus Wellblech und anderem Material, das die Leute fanden, zusammen gekleistert waren. Nur wenige hatten noch Dächer aus Palmblättern, inzwischen war Wellblech in Mode.

 

Hier wird es nie kalt, nur nass. Deshalb sind solide Wände nicht unbedingt notwendig und die eindringenden Mücken bringen keine Malariagefahr mit sich. Die vielen leerstehenden Häuser die wir sahen, waren wohl ein Zeichen dafür, wie viele Leute diese Insel verlassen haben, um woanders zu leben. So richtig reich waren die Einheimischen nur an Kindern und so ist die Bevölkerung nun wieder am wachsen. Ueber die ganzen FSM Staaten gesehen, ist fast die Hälfte der Bevölkerung jünger als 15 Jahre, während dem die Lebenserwartung bei 61 Jahren liegt.

 

Heute sind die Mikronesier noch etwas mehr zu einer gemischten Rasse geworden, als vor dem Kontakt mit Weissen. Sie sind nicht so gross und kräftig gebaut wie Polynesier, sind aber eine deutliche Mischung zwischen diesen und Asiaten, aber auch den dunkleren Melanesiern und der europäischen Rassen. Im Gegensatz zu Polynesien entsprach hier ein voluminöser Körper nicht dem Schönheitsideal, hingegen war auch kaum jemand so richtig schlank. Bei Männern war westliche Kleidung mit langen Hosen das Ueblichste, ausser bei Knaben, welche normalerweise mit kurzen Hosen umher rannten. Sowohl in Kosrae, wie später auch in Phonpei, trugen die Frauen fast einheitlich denselben Typ Rock. Dieser war in drei Querbahnen genäht und zum Saum hin mit grossen Frucht- oder Blumen-Ornamenten bestickt. Alle Mädchen und Frauen hatten langes Haar, welches sie allerdings nie offen trugen, ausser zu festlichen Tanzanlässen.

 

Unzählige kleine Läden gab es in Kosrae überall dort wo Menschen lebten. Oft sah man sie in jedem zweiten Haus, auch wenn manche bloss ein paar Büchsen, Pommes Chips oder Reis anboten. Mit so einer Fülle an Geschäftchen war es für uns nicht ganz einfach heraus zu finden, wo man was kaufen konnte, wie z.B. Brot oder Wasserflaschen, denn das Leitungswasser sollten wir nicht trinken.

 

Wir wohnten im Tradewind Hotel, gleich neben den Lelu Ruinen, welche die übrig gebliebenen Zeugen einer vergangenen Hochkultur sind. Wir hatten sehr viel Glück, denn wir wurden von den Besitzers unseres Gästehauses zu einem traditionellen Festessen eingeladen. Von einem riesigen Buffet konnten wir von 40 verschiedenen Speisen, darunter viele lokale Spezialitäten kosten. Die meisten von ihnen, wie z.B. die Taro- und Kassawa Wurzeln oder Brotfrucht (vom Baum), waren für uns etwas Ungewohntes. Spaghetti, Schweinskoteletten und frittierte Hühnerbeine überliessen wir den andern, denn es gab mehr als genug Meerfrüchte und Fleisch-Spezialitäten, die traditionell zubereitet worden waren. Es gab eine strikte Rangordnung darüber, wer sich in welcher Reihenfolge vom Buffet bedienen durfte. Die ausländischen Besucher, sprich wir und Ivy, die am selben Tag wie wir eintraf, hatten die Ehre, das Schlaraffenland als Erste überfallen zu dürfen. Als nächstes kamen die Dauermieter, die hier arbeiten und danach die Kinder; erst die Buben und danach die Mädchen. Dann war die Reihe an den Gastgebern und erst zum Schluss an den eingeladenen Familienmitgliedern.

 

Wie bei Feierlichkeiten üblich, unterhielt die einladende Familie ihre Gäste, z. B. wenn ein Paar das erste Kind bekam oder zu dessen erstem Geburtstag. So sangen die Frauen und spielten dazu die Ukuele, eine Mini-Gitarre. Total süss war auch die Tanzvorführung bei der kleine Mädchen im Alter zwischen 2 und 5 Jahren einen Hula-Hula Bauchtanz vorführten.

 

Um die weiter entfernteren Orte der Insel zu erkundigen, taten wir uns mit Ivy zusammen. Gemeinsam nahmen wir ein Taxi um zu zwei Wasserfällen zu gelangen. Wir waren froh, dass uns der Fahrer den zugewucherten Weg zu den Flüssen zeigte und zudem in einem kleinen Weiler während einer Stunde auf uns drei wartete, währenddem wir diesen erkundeten und mit den Einheimischen ein wenig kommunizierten und allen Kindern zuwinkten.

 

Ivy ist eine weitgereiste Frau aus Hong Kong. Mit 35 war sie bereits in 80 Ländern gewesen, darunter in so kontrastreichen Destinationen wie Grönland oder im FKK Koversada in Kroatien.

Sie zu treffen, war ein echter Zufall. Das Verkehrsbüro sagte uns, dass bloss etwa 150 echte Touristen pro Jahr Kosrae besuchen - das sind gerade Mal drei pro Woche. Wie die meisten Touristen, kam auch Ivy hierher um zu tauchen. Daneben kommen jährlich noch etwa 1'500-2'000 Geschäftsleute, Peace Corps voluntär Mitarbeiter und leider noch immer: Missionare. Letztere überfluten auch heute noch den ganzen Pazifik viel zu zahlreich und dies obwohl alle Inseln schon vor langer Zeit zum Christentum bekehrt wurden. Nicht nur die katholischen- und protestantischen-, sondern noch mindestens sieben weitere christliche Sekten sind hier aktiv. Den 7'500 Menschen auf Kosrae standen etwa 25 Kirchen zur Verfügung. Noch immer versucht eine jede Sekte die Leute auf ihre Definition des Glaubens umzuschwenken und ziehen denjenigen das Geld aus der Tasche, die bereits in ihre Fänge geraten sind. Sie haben so viel Geld zur Verfügung, dass sie sich eine eigene Fluggesellschaft leisten können, genannt 'Pacific Missionary Airways', damit sie selbst die entferntesten bewohnten Inselchen noch erreichen können.

 

In einer Touristenbroschüre wurde ganz nebenbei erwähnt, dass hier Film weder entwickelt, noch geröngt wird. Als wir dann wieder am Flughafen standen, gab es wirklich nur eine manuelle Kontrolle, da es keine modernen Durchleuchtungsapparate gab. Jedes Gepäckstück wurde von Hand durchsucht und wir amüsierten uns dabei, dem Sicherheitsbeamten zu zu sehen, wie lange es dauerte, bis er herausgefunden hatte, wie man Brigitte's Kompakt-Knautsch-Schlafsack aufmacht und ihn schlussendlich wieder in die kleine Hülle stopft. Wir hatten da offensichtlich ein paar unbekannte und überflüssige Dinge mit auf die Insel gebracht.

 

Nach nur einer Stunde Flug, während der wir ab und zu auf ein wunderschönes Atoll oder Eiland hinunter sehen konnten, erreichten wir Phonpei. Dies ist ein weiterer Inselstaat der FSM, und hier befindet sich auch der Hauptort. Erneut schien es so, als seien wir die einzigen Touristen, die hier aussteigen. Nachdem wir inzwischen wussten, dass auf diesen kleinen Inseln die wenigen Flugzeuge weder von einem Flughafenbus, noch von Taxis erwartet werden, haben wir im voraus ein Zimmer reserviert und wurden nun vom Besitzer des Nara Garden Gästehauses abgeholt. Wir waren erfreut zu sehen, dass unser Appartment im Zentrum, aber doch ruhig lag und wir alles Wichtige zu Fuss erreichen konnten und somit nicht immer auf's Taxi angewiesen waren.

Der Hauptort, Kolonia mit seinen 3'200 Einwohnern war recht klein aber deutlich grösser als jede Siedlung die wir auf der ersten Insel gesehen hatten. Mit seinen 334 km² und 31'000 Bewohnern ist Pohnpei eine der grösseren Inseln Mikronesiens. Unser erster Eindruck war, dass hier mehr Leute in einfacheren Verhältnissen leben als auf Kosrae. Der Anteil an einfachen Blechhütten schien uns grösser und es lag deutlich mehr Abfall herum. Trotzdem hatten auch hier wieder fast alle ein Auto. Total herausgeputzt war nur Palikir, das Regierungsviertel. Die neun modernen Gebäude sind in Farbe und Stil den traditionellen Versammlunghäusern nachempfunden worden. Wie überall in den FSM, erhalten zwei von drei Lohnbezüger ihr Gehalt von der Regierung, da die amerikanischen Zahlungen vorwiegend dafür verwendet werden einen aufgeblähten Verwaltungs-Apparat zu unterhalten.

 

Da Mikronesier sehr gerne reisen und Gesellschaft lieben, ist es für sie ganz normal, dass eine Delegation von 22 Personen zu einem Kongress auf eine Nachbarinsel oder ins Ausland geht, auch wenn zwei absolut genügen würden.

 

Die Idee der amerikanischen Zahlungen wäre eigentlich gewesen, der lokalen Regierung die Möglichkeit zu gewähren, die Infrastruktur auszubauen und die Voraussetzungen zu schaffen, dass die Wirtschaft angekurbelt würde und die Inseln schlussendlich auch finanziell unabhängig würden.

Wie auch immer, die Leute scheinen gar nicht daran interessiert zu sein, hart zu arbeiten und ihre Arbeitsmoral ist eher so, dass sie alle lieber spät am Job erscheinen und dafür etwas früher wieder nach Hause gehen.

 

Andererseits aber sind viele Mikronesier, die in Amerika studieren konnten, nicht mehr auf ihre Insel zurück gekehrt, da sie dort bessere Möglichkeiten sahen, eine gute Anstellung zu finden. Dank dem Abkommen "compact of free associaten" (Freier Staaten-Verbunds Kompakt) mit den USA, darf jeder Mikronesier so lange dort bleiben wie er will. Auch Angehörige die vorausgegangenen Verwandten nach Amerika folgten, seien angeblich richtig gefragt, da sie dort als zuverlässige und billige Arbeitskräfte gelten. So sind anscheinend in einigen Städten richtige Mikronesier-Viertel entstanden.

 

Von einer australischen Regierungsberaterin erfuhren wir, dass ein Polizist in den FSM ungefähr USD 3'000 pro Jahr verdient. Die höchsten Regierungsbeamten kriegen bis zu USD 35'000p.J. die meisten Beamten hingegen verdienen irgend etwas dazwischen. Rechnet man allerdings noch Privilegien, Vergünstigungen und Spesen dazu, sahnen die meisten Beamten bis zu fünf Mal mehr ab, als ihr offizielles Gehalt wäre.

 

Amerika versuchte durch eine Gesetzesänderung die Produktivität auf den mikronesischen Inseln anzukurbeln und erlaubte es, Textilien die auf den Inseln produziert wurden, zollfrei nach Amerika einzuführen. Nicht die Einheimischen, sondern gerissene Geschäftsleute aus Taiwan und Südkorea ergriffen die Gelegenheit und bauten Kleiderfabriken auf. Am meisten lachten sich diejenigen ins Fäustchen, welche ihre neuen Textilwerke im US Gebiet der nördlichen Marianen erstellten und somit ihre Billigware auch noch als "made in USA" etikettieren durften. Fast die gesammte Belegschaft dieser Firmen wurde anscheinend durch Schlepperbanden in Asien angeworben und somit haben die Mikronesier wiederum überhaupt keine Vorteile aus den neuen Produktionsstätten (gezogen).

Es ist uns nicht ganz klar, ob die schlechte Arbeitsmoral vielleicht nur eine direkte Folge der Kolonialisierung und Christianisierung ist, welche den Leuten immer etwas anderes aufzwang als das, was sie eigentlich tun wollten. Vielleicht haben sie einfach nur resigniert und wollen es nun so friedlich nehmen wie möglich und sind nun einfach schlau genug, dass sie bloss soviel (oder eben: wenig) arbeiten wie gerade noch toleriert wird und so viele Vorteile wie möglich aus dem nicht selbst gewählten System ziehen.

 

Spuren vergangener Hochkulturen, wie Nan Madol hier in Pohnpei sind immer noch deutlich sichtbar und bevor die Weissen hier eindrangen, waren alle Inseln selbstverständlich Selbstversorger. Heute werden je länger desto weniger Früchte und Gemüse angepflanzt. Taro und Brotfrucht, welche früher traditionsgemäss die Bevölkerung versorgten, wurden heute fast vollständig durch importierten Reis ersetzt. Fast alles Fleisch und Gemüse kommt ebenfalls aus dem Ausland und wir hörten, wie sich die Leute beklagten, dass dieses Jahr die Ladung mit den Ostereiern zu spät eingetroffen sei; tja, es rennen halt nicht all zu viele Hühner auf den Inseln umher, heutzutage.

 

Wenn man bedenkt, dass alles importiert wird und dass alle Mahlzeiten mit westlichen Produkten zubereitet werden, waren wir eigentlich überrascht, dass es gar nicht so teuer war, im Restaurant zu essen. Die lokale Bevölkerung ass ebenfalls gerne in den Lokalen und oft waren wir umgeben von Familien mit Kindern. Für durchschnittlich USD 7 kriegten wir meist eine Suppe, Salat und eine japanische Bento Box, die Thunfisch Sashimi (rohen Fisch), Fleisch-, Fisch und Gemüse-Tempura und dazu den all-gegenwärtigen Reis enthielt. Dies war definitiv derjenige Teil des japanischen Einflusses, der auch nach dem Abzug der japanischen Besetzer überlebte. Die letzten 30 Jahre vor dem Ende des 2. Weltkrieges, machte der Bevölkerungsanteil der Japaner tatsächlich ⅔ der Bewohner aus. Heute sind nur noch einige wenige Asiaten übrig geblieben. Die meisten sind entweder Arbeiter oder Geschäftsleute, welche meist aus den Philippinen stammen. Der Hauptanteil der Bevölkerung ist heute wieder überwiegend Mikronesisch.

 

Eines schönen Nachmittages machten wir einen Ausflug zur Insel Sokehs, die durch einen Damm mit der Hauptinsel verbunden ist. Diese Insel war der am dichtesten bevölkerte Teil Pohnpei's. Die ganze Kinderschar sprang wiederum auf die Strasse hinaus um uns zu begrüssen.

Schmucke Häuser und einfache Hütten säumten auf beiden Seiten die Strasse, welche der Küste entlang folgte. Ein dicker Mangrovengürtel schützte die Häuser vom offenen Meer, aber leider verfing sich dort auch eine Unmenge an Abfall. Ob die Leute hier wohl noch nicht begriffen haben, dass Konservendosen und Plastik-Abfälle nicht kompostieren, wie die Abfälle der Naturprodukte von denen sie sich früher ernährten ?

 

In ganz Mikronesien fanden ausrangierte Autos ihre letzte Ruhestätte im Garten ihres letzten Besitzers, wo sie langsam vor sich her rosteten und von Pflanzen überwuchert wurden. Auch alte Baumaschinen und ausrangierte Fährboote lagen fein säuberlich über die ganzen Inseln verteilt, wo sie friedlich vor sich her rosteten. In ähnlicher Art und Weise sahen wir noch viele Zeugen der letzten Kriege, wie Panzer, abgeschossene Flugzeuge oder Schiffswrecks. Diejenigen Relikte, die unter Wasser liegen sind heute zu einer gut gehenden Geldmaschine für die (ausländisch geführten) Tauch-Shops geworden.

 

Von der Küste weg, bestand die Insel aus einem unzugänglichen dichten Dschungel üppiger Vegetation, sowie aus Bergen die bis 772m hoch waren. Da die Wolken dort oft hängen bleiben, gehören sowohl Pohnpei, als auch Kosrae zu den regenreichsten Gebieten der Erde. Ganz so übel ist es aber nicht, da die Niederschläge meist sehr heftig, aber kurz sind und meist des nachts fallen. Als wir dort waren, war es überwiegend sonnig, so wie wir uns dies immer gewohnt sind. 

 

Auf unseren Spaziergängen durch die Dörfer fiel uns auf, dass die Hunde kaum bellten. Wir haben uns aber gewundert, weshalb uns die Einheimischen immer rieten einen Stock gegen die Hunde mitzunehmen. In der Zwischenzeit wissen wir, wie wahr das Sprichwort ist:"Hunde die bellen beissen nicht!". Heinz machte die Erfahrung mit einem der nicht bellte.

 

Ausserhalb Kolonia's gab es eine polynesische Gemeinschaft die hierher umsiedelte, nachdem sie ihre Insel wegen einer Dürreperiode verlassen musste. Viele von ihnen haben sich darauf spezialisiert Kunsthandwerk herzustellen und versuchten nun, dieses an die wenigen Ausländer die hierher kommen, zu verkaufen. Ganz im Gegensatz zu Asien, versuchte uns hier überhaupt niemand in seinen Souvenirshop zu lotsen und diese waren eh so bescheiden aufgemacht, dass man sie kaum wahr nahm.

 

Was uns sowohl hier, als auch in Kosrae und später ab und zu in Yap auffiel, waren die Gräber, welche die Leute in ihren Gärten hatten. Hier blieb die Familie auch nach dem Tod zusammen. Noch eine Gemeinsamkeit mit Kosrae und Yap: Uebermässiger Alkoholkonsum war kein Problem, ganz im Gegensatz zum nächstgelegenen Inselstaat Chuuk (den wir nicht besuchten), welcher in dieser Hinsicht einen sehr schlechten Ruf hat.

Pohnpei ist für ein anderes Getränk berühmt: Sakau. Dieses ist leicht betäubend und lähmt vor allem die Muskeln, aber nicht unbedingt das Gehirn. Es soll um einiges stärker sein, als sein polynesisches Pendent, der Kava. Gewonnen wird dieses Getränk aus der Wurzel des Pfefferstrauches, welche mit Steinen gekopft und ausgepresst wird und anschliessend aus einer Kokosnuss-Hälfte getrunken wird.

Als wir vor Jahren von der viel schwächeren Version in Tonga probierten, fanden wir es ziemlich scheusslich, das Heiterste jedoch, war die Beschreibung dieser grau-braunen Brühe, die wir in unserem Reiseführer fanden: "Kava sieht etwa gleich aus, wie gebrauchtes Abwaschwasser. Aber Abwaschwasser würde vermutlich besser schmecken, da sich darin zumindestens noch Speiseresten befinden...".

 

Erneut gingen wir nach einer Woche weiter. Flugtürme gibt es in diesem Teil des Pazifiks nicht. Wenn ein Flugzeug auf einer Insel abhebt, werden all die umliegenden Flughäfen telefonisch informiert damit dort für die nächsten 15 Minuten oder so, kein anderes abhebt.

Unser Flug ging zuerst nach Chuuk und danach via Guam, welches zu Amerika gehört, weiter. Obwohl wir dort nur die Maschine wechselten, mussten wir erneut durch die amerikanische Einwanderungs (Zoll) Abfertigung. Als wir es endlich von der langsam vorwärts kommenden Warteschlange zum Beamten geschafft hatten, mussten wir dort wiederum in die Kamera lächeln und unsere Fingerabdrücke deponieren. Die fehlenden Transitbereiche in den amerikanischen Flughäfen mögen ein Segen sein für diejenigen, mit so viel Zeit, dass sie den Flughafen verlassen können. Wer aber nur eine Stunde Zeit zum Umsteigen hat, findet es lästig. Zumindest aber mussten wir uns nicht nochmals ums Gepäck kümmern, dank dem wir dieses direkt bis zur Endstation hatten aufgeben können.

 

Nach einer weiteren Stunde Flug erreichten wir Yap, welches der traditionsreichste der FSM Staaten ist. Gleich hinter dem Zoll setzte uns ein etwa 16 jähriges Mädchen einen Blumenkranz auf den Kopf. Sie selbst trug nur einen bunten Grasrock, sowie Blumenketten um den Hals. Minuten später bekamen wir sogar noch einen zweiten Blumenkranz ins Haar, diesmal von der jungen Frau bei der wir das Zimmer gebucht hatten und die uns nun abholte - allerdings in westlicher Kleidung!

 

Im Gegensatz zu anderen pazifischen Inselstaaten, schafften es die Missionare in Yap nur, die Leute vom neuen Glauben zu überzeugen, hingegen schafften sie es nicht, ihnen neue Hemmungen einzureden. An einem Ort wo den Frauen BH's abgegben worden waren, haben sie anscheinend Löcher für die Brustwarzen rein gemacht. Irgendwie mussten sie ja immer noch ihre Babies stillen. Danach haben die Missionare resigniert und sich mit halbnackten Christen abgefunden. Deshalb tragen auch heute noch, sowohl Frauen als auch Männer, oft nur einen Lava-Lava, eine Art Sarong, den sie um die Hüfte wickeln. Oben ohne ist für beide Geschlechter vollkommen normal. Hingegen gilt es für Frauen als höchst unanständig, ihre Oberschenkel in der Oeffentlichkeit zu zeigen. Anscheinend trägt auf den äusseren Inseln die gesammte Bevölkerung auch heute noch traditionelle Kleidung, welche früher aus den Fasern der Hibiskus und Bananenstauden hergestellt wurde, aber inzwischen meist aus Baumwolle gewoben ist. Auf der Hauptinsel hingegen, tragen inzwischen vor allem die Jüngeren vorwiegend einfache westliche Kleidung. Trotzdem sahen wir jeden Tag zwischen 5 bis 25 Frauen ohne Oberbekleidung und ebensoviele Männer die nur ein meist blaues Lendentuch, genannt "Thu" trugen. Dieses wird kunstvoll um die Taille gewickelt. Von vorne sieht es aus wie ein typisches Lendentuch und hinten kann es aussehen wie ein Tanga-Höschen, das die Po-Backen frei lässt. Die Farbe und die Art und Weise wie der Thu getragen wird, verrrät das Alter, den Status und den Geburtsort seines Trägers.

 

Zuerst waren wir etwas überrascht, dass wir sowohl Frauen und Männer die diese traditionellen Tücher tragen nicht nur der Strasse entlang spazieren, sondern auch in den Geschäften, in der Bank und im Restaurant sahen, oder sie fuhren in den Autos an uns vorbei. Dies war einfach ein absolut normaler Teil ihres Lebens und wir fanden es toll, dass es sowas doch noch an einigen wenigen Orten auf der Erde gibt und dies nicht nur bei Naturvölkern.

 

Bei Festivitäten und traditionellen Tänzen, tragen aber alle einen Grasrock. Wir hörten, dass Weisse die hier wohnen, oft ebenfalls spontan mitmachen. Diese "Tracht" ersetzt bei Tänzen auch Lava Lava und Thu, nicht nur westliche Kleidung. Dies betrifft ebenfalls die Hauptinsel und zu diesen Anlässen sind T-Shirts dann absolut tabu!

 

Von ein paar österreichischen Touristen, welche sich nicht scheuten morgens um acht die Frühmesse zu besuchen, erfuhren wir, dass sogar die Ministrantinnen im teenager Alter mit Grasrock und Blumenketten, aber 'oben ohne' ihren Dienst erfüllten. Da kaum jemand zur Zeit erschien, wurden die Kirchenglocken lauter geläutet, bis schlussendlich nach einer Stunde die Messe beginnen konnte. In der Zwischenzeit seien recht viele Leute versammelt gewesen und auch dort wieder viele traditionell bekleidet.

 

Da von den Touristen nicht erwartet wurde, dass sie mehr Kleider trugen als die Einheimischen, hätte Brigitte nicht nur am Strand ihr T-Shirt ausziehen dürfen, doch sie zog ihren Rock nie aus, damit die Yapesen nicht noch durch ihre 'sexy' Oberschenkel aufgereizt wurden.

 

Um ihre in Ehren gehaltenen Traditionen zu schützen, blieb Yap bis 1989 für Touristen vollständig geschlossen. Auch heute noch kann nur die Hauptinsel ohne Bewilligung besucht werden, alle anderen sind bewilligungspflichtig und für einige werden überhaupt keine Besuchs-Erlaubnisse erteilt. Einige Inseln dürfen von Ausländern nur mit der Auflage besucht werden, dass sie sich genau wie die Einheimischen kleiden, d.h. 'oben ohne' gehen. Wir denken aber, dass es eigentlich besser wäre, wenn Touristen diese Inseln gar nicht besuchen.

Auf der Hauptinsel hat sich die Alltagsmode seit der Oeffnung für den Tourismus auch tatsächlich stark verändert. Mehr und mehr Einheimische ziehen heute westliche gegenüber traditioneller Kleidung vor. Nur noch die 1'000 Personen starke Gemeinschaft, die auf einer äusseren Insel geboren wurde, sieht man auf der Hauptinsel regelmässig in traditioneller Bekleidung. Diejenigen die nicht nur auf der Hauptinsel wohnen, sondern auch dort geboren wurden, tragen die Hüftbedeckung nur noch zu festlichen Anlässen. Erst vor kurzem hat die Regierung eine Kampagne lanciert, um traditionelle Kleidung für jedermann wieder als Alltagskostüm zu propagieren.

 

Die Hauptinsel besteht eigentlich aus vieren, welche durch Dämme verbunden sind und zusammen eine Landmasse von 100 km² ergeben, worauf sich die 7'000 Einwohner verteilen. Oestlich davon, über 1'000 km verteilt, liegen 15 weitere bewohnte Inseln verstreut. Auf 18 km² leben dort 4'500 Menschen, die ein immer noch sehr traditionsreiches Leben führen.

Alleine in Yap werden vier Sprachen gesprochen und es sind noch einige mehr auf den andern Inseln der FSM. Deshalb ist Englisch zur gemeinsamen Sprache geworden, was für uns natürlich recht praktisch war.

 

Wofür Yap ebenfalls sehr bekannt ist, ist sein Steingeld, welches "Rai" genannt wird. Diese flachen runden Steinplatten gleichen einem Mühlenstein mit einem Loch in der Mitte und sind schon 2'000 Jahre im Gebrauch. Sie messen zwischen 40cm bis 4 Meter im Durchmesser. Obwohl auch wichtig, ist die Grösse nicht der einzige Faktor, der den Wert einer "Münze" festlegt. Kleinere Stücke können wegen ihrem Alter und ihrer Geschichte als wertvoller gelten. Die Steinbrüche für diese teuren Steine befanden sich auf Palau, das früher durch eine lebensgefährliche sechs tägige Flossfahrt von Yap entfernt lag und dies verlieh dem Steingeld seinen hohen Wert. Für die Leute von Yap waren diese Steinplatten ebenso wichtig, wie Gold für unsere Gesellschaft.

 

Obwohl heute im Alltagsleben US Dollar eingesetzt werden, behielt sowohl das Stein-, als auch Muschelgeld eine bedeutende Stellung im Leben der Leute. Heute wird das traditionelle Zahlungsmittel vorwiegend noch zum Kauf von Land oder aber als Geschenk zwischen den Eltern eines jungen Paares eingesetzt, wenn diese zusammen ziehen, was einer Heirat gleich kommt.

 

Eine um ein Versammlungshaus herum angeordnete Reihe von Steingeld, wie man es in jedem Dorf findet, wird "Stein-Bank" genannt. Die Scheiben werden anscheinend nur selten verschoben, denn jeder weiss, was wem gehört. Der steinreiche Besitzer eines bestimmten Geldstückes wohnt oft in einem anderen Dorf, genau wie bei uns im Westen, Gold oder Aktien zwar den Besitzer wechseln können, aber immer noch auf der selben Bank gelagert werden.

 

Oft war der Weg, der zu einem Haus führt, mit Steingeld dekoriert und wir bekamen bald den Eindruck, dass dieses Geld hier buchstäblich auf der Strasse liegt (eher daneben). Nicht nur bei den Häusern, sondern manchmal auch im Dschungel lagen uralte Steinscheiben. Gemäss Statistik, existieren aber nur noch etwa 7'000 Stück, gegenüber mehr als dem Doppelten früher, bevor die wütigen Missionare und Kriege viele zerstörten.

 

Eine weitere Charakteristik von Yap ist sein komplexes Netzwerk uralter Steinpfade die Dörfer und Felder verbinden. Die Wege sind in so guter Qualität gebaut worden, dass sie Jahrhunderte überstanden haben. Oft sind sie leicht erhöht wie Dämme, und raffiniert eingebaute Ecksteine bilden einen beständigen Abschluss. Ablaufrinnen stellen sicher, dass sich das Wasser nicht staut und die Dämme nicht unterspült werden. Diese unebenen Steinpfade zu begehen, war malerisch, denn oft waren sie von blühenden Hibiskusstauden und schattenspendenden Palmen gesäumt. Entlang dieser Strässchen sah man exotische Pflanzen und Vögel und alle paar hundert Meter drang uns der bittere Duft der Betelusspalme in die Nase.

Mehr noch als auf den andern Inseln war hier das Kauen der Betelnuss eine Gewohnheit der jedermann ununterbrochen nachging, sogar die Kinder. Fast alle hatten ein kleines aus Palmblättern gewobenes Täschchen dabei, worin sie die drei notwendigen Zutaten mitführten: Nuss, Kalk und Pfefferblätter. Eine grüne Betelnuss die etwa die Grösse einer Walnuss hat, wird aufgekerbt und mit getrocknetem Kalksteinpuder aus Korallen bestäubt und in ein Blatt vom Pfefferstrauch gewickelt. Dieses Bündel wird seitlich in den Mund geschoben und während etwa 20 Min. gekaut. Während dieser Zeit bildet sich ein flüssiger roter Saft, der mehrmals ausgespuckt wird. So ist es kaum verwunderlich, dass hier alle Gehsteige und Strassen mit roten Flecken übersäät sind.

Nun, weshalb sind hier alle so Feuer und Flamme dafür? Gemäss einer Beschreibung, kriegen Neulinge ein Glücksgefühl und einen leichten Kopf und dieses Gefühl hält für etwa 15 Min. an. Genau wie bei Tabak wird bei Regelmässigem Konsum das Vergnügen kleiner, aber der Entzug der Droge führt zu Abstinenzerscheinungen und ab und zu auch zu Depressionen. Wir brauchten aber die Betelnuss hier nicht zu kosten, denn diese Erfahrung liegt schon lange hinter uns! Wir machten sie vor 12 Jahren in Flores zur Belustigung der vielen Indonesier die uns zusahen wie sich unsere Gesichter zu Grimassen verzogen und wir alles im hohen Bogen gleich wieder ausspuckten - lange bevor sich überhaupt ein Ansatz roten Saftes bilden konnte.

 

Oft hatten wir ziemlich Mühe die Einheimischen zu verstehen, weil sie alle immer so einen grossen Klumpen im Mund hatten, sogar wenn sie telefonierten oder im Büro arbeiteten. Aber wenn sie lächelten, kam eine Reihe roter Zähne zum Vorschein, das Pepsodentlächeln hätte keine Konkrurenz-Chance.

 

Wiederum schwärmten wir aus in die Dörfer um dort den Leuten zu begegnen, aber wir waren fast ein wenig enttäuscht. Im Gegensatz zu den vorherigen Inseln, waren hier die Häuser oft hinter Büschen und Zäunen versteckt und genau so machten es die Leute. Die meisten Einheimischen waren eher etwas scheu und kaum jemand lächelte und winkte uns zu, wenn wir vorbei gingen. Die Leute waren einfach nicht mehr so offen und warmherzig und nun erinnerten wir uns daran, gelesen zu haben, dass die Einwohner von Yap verschiedene Bräuche und auch ein leicht anderes Aussehen hatten, weil sie eine andere Abstammung haben als die Bewohner der anderen FSM Inseln. Die Leute hatten eine dunklere Hautfarbe und Yap ist der einzige Staat wo es ein starres Kastensystem gab, obwohl die Linie der Erbfolge der Familie der Frau folgte, wie auch auf den anderen Inseln.

 

Wie die meisten Inseln im Pazifik, ist auch Yap von einem Korallenriff umgeben, welches das kleine Land sehr gut vor den Launen des Meeres schützt, aber nicht vor Winden. Obwohl dies selten vorkommt, raste vor etwa einem Jahr ein Typhoon über die Insel. Spuren davon waren immer noch deutlich zu sehen, da viele Häuser und Lagerhallen kein Dach mehr hatten. Viele davon sahen verlassen aus und bisher ist es noch niemandem in den Sinn gekommen, den Schutt weg zu räumen. Uns wurde gesagt, dass die Geschädigten von einem amerikanischen Katastrophen-Hilfsfonds direkt kompensiert worden seien und sich mit dem Geld ein neues Häuschen bauten, die meisten zogen aber von der Küste weg und suchten sich einen neuen Platz im Landesinnern.

Wenn wir grad von soliden Häusern sprechen: Dank unseren hilfsreichen Nachbarn in Pohnpei, hatten wir das grosse Glück eine 2 Zimmer-Wohnung in Yap's wohl modernstem Gebäude zu bewohnen. Normalerweise gehen diese Wohnungen nur an ausländische Berater und Gäste der Regierung. Im selben Komplex waren verschiedene Büros, zwei Banken, ein Supermarkt und Restaurant untergebracht. Dieses Gebäude war im wahrsten Sinne des Wortes das Dorfzentrum von Colonia selbst. Die ganze Ortschaft hatte eine super Lage in einer von Wasser umgebenen Landschaft und war durch Dämme mit den verschiedenen Buchten verbunden.

 

Nur 100 Meter um die Ecke befand sich das Gebäude der Telecom, welches täglich 24 Stunden Telefon und Internet-Service anbot, genauso wie in den anderen Hauptorten der FSM auch. Dies war um so erstaunlicher, wenn man sah, dass die meisten Restaurants abends um 8 Uhr schlossen und dass es danach wirklich sehr ruhig wurde.

 

Da Yap von besonders schönen Korallen umgeben ist, pilgern jedes Jahr etwa 5'000 Touristen hierher, die meisten von ihnen Taucher. Da tauchen eh kein billiges Hobby ist, sind die meisten Touristen bereit in relativ kurzer Zeit viel Geld auszugeben. Deshalb gelingt es wohl den Besitzern der teuren Hotels und Tauchshops immer wieder Kunden für ihre überteuerten Zimmer und Dienstleistungen zu finden. Ueber ganz Mikronesien gesehen, bezahlten wir im Normalfall zwischen USD 35 - 65 pro Nacht und Zimmer (im Schnitt $ 43). Dafür kriegten wir normalerweise recht schöne Unterkünfte mit Bad, Klimaanlage, sowie Fernseher und Telefon. Es gab hier aber Hotels die über USD 300 verlangten und dazu noch 5 Dollar pro Person für den Flughafen-transport verlangten. Billigere Unterkünfte boten dies meist gratis an und selbst wenn man ein Taxi nahm, kostete dies nur $ 2.

 

Am kleinen Flughafengebäude waren die Spuren, welche der Typhoon vor einem Jahr hinterliess, auch noch deutlich sichtbar. Es war eigentlich nur ein neues Dach über die Ruine gebaut worden, aber sogar die Lampe, die zur Gepäck-Kontrolle notwendig war, wurde erst kurz vor der Kontrolle notdürftig über den Tisch gehängt. Es hätte weder viel Geld noch Arbeit bedurft, um den Flughafen wieder richtig in Stand zu stellen, aber vermutlich hofften die Verantwortlichen darauf, dass ihnen die Amerikaner oder eine andere Nation, einen neuen finanzieren würden.

 

Unsere ersten Flüge wurden unter dem Namen "Inselhüpfer" vermarktet und 80% der anderen Passagiere waren Leute, die auf den Inseln wohnten. Die Flüge welche aber Guam via Yap mit Palau verbanden, nannten sich nun "Resort Shuttle" und urplötzlich waren 95% der Passagiere Touristen.

 

Nach der Landung in Palau ist uns aufgefallen, dass "Continental Micronesia" nicht mehr die einige Fluggesellschaft war, die diese Inseln mit der Aussenwelt verband. Der Flughafen war auch um einiges grösser und moderner und zur Ausstattung gehörte nun wieder Fingerdock, Klimaanlage, richtige Zollschalter, Restaurant und Duty Free Shop. Im Jahr 2004 hatte Palau eine deutliche Steigerung an Touristen-Ankünften gegenüber dem Vorjahr verzeichnet: mehr als 80'000. Wiederum kamen die meisten Besucher zum Tauchen, aber vor allem unter den Asiaten gab es auch viele die nur her kamen um auszuspannen und "billig" einzukaufen.

 

Da erst vor kurzem auf einer unbewohnten Insel eine "Reality TV Sendung" aufgezeichnet worden war, hat die Insel nun auch unter "nicht-Tauchern" einen Namen bekommen. Wir hörten, dass jedes Mal, nachdem eine Folge dieser Serie in Amerika und Australien ausgestrahlt worden war, die Internet-Seite "www.visit-palau.com/"  2 Mio. Zugriffe verzeichnete.

Palau hat etwa 18'000 Einwohner von denen die meisten in und um den Hauptort Koror wohnen. Das ganze Land ist 500 km² gross, wovon 396 km² auf Babeldaob, die grösste Insel fallen, welche aber kaum bewohnt ist. Es gibt dort zwar 4'500 Einwohner, diese leben aber fast alle sehr nah am Damm, welcher nach Koror führt. Die Regierung hofft, dass sich die Bevölkerung etwas nach Babeldaob verlagern wird, sobald 2006 der neue Regierungshauptsitz, sowie die neue Ringstrasse dort eröffnet werden.

 

Es nähme uns wunder, wie begeistert die "Reality Show Touristen" sind, aber wir, die vorher in den FSM Staaten waren, hatten das Gefühl, dass es hier schon viel zu westlich ist. Nur zu oft stand der Verkehr Stosstange an Stosstange und für unseren Geschmack war es zu städtisch. Im privaten Sektor wurden die meisten Geschäfte von Asiaten betrieben. Diese machten hier einen Drittel der Bevölkerung aus und die meisten kamen von den Philippinen, aber es gab auch welche aus China, Japan, Südkorea und den USA. Wie auch die FSM Staaten, ist Palau ein unabhängiges Land und genau wie dort sind die meisten Einheimischen abhängig von Stellen die durch den aufgeblähten Regierungs-Apparat geschaffen wurden und welche nur dank den amerikanischen Zahlungen aufrecht erhalten werden können. Normalerweise bekamen nur Palauer Staatsstellen, sobald jedoch etwas zuverlässig funktionieren musste, wie z.B. das Elektrizitätswerk, bevorzugte auch die Regierung Philippinos.

 

In fast jedem Geschäft verkaufte die grösste Abteilung sogenannte "Souvenire aus Palau", wie z. B. Schokolade, Nüsse, Tee oder Seife und T-Shirts. Dies alles wurde in Ländern wie China, Amerika, Australien oder Deutschland hergestellt und verpackt. Die einzigen lokal hergestellten Handarbeiten, welche wir sahen, waren die "Geschichten-Bretter" die von Gefangenen geschnitzt worden waren.

 

Auch hier würde die gesammte Bevölkerung verhungern, wenn die Boote mit Importware ausfallen würden. Ganz im Gegensatz zum polynesischen und melanesischen Teil des Südpazifiks, sahen wir hier in Mikronesien überhaupt nie einen Markt. Auf diesen tropischen Inseln wäre es absolut kein Problem, Früchte und Gemüse zu pflanzen, aber den Einheimischen scheint der Aufwand zu gross. Trotzdem, in den Lokalen welche hauptsächlich von den Einheimischen und den Asiaten die sich hier niedergelassen haben, besucht wurden, gab es überall leckere Mahlzeiten zu einem erstaunlich günstigen Preis. Die Luxus-Hotelanlagen, welche hauptsächlich auf Taucher und Pauschalurlauber aus Asien ausgerichtet sind, sind aber mehr als nur bein bisschen überteuert. Dasselbe gilt für die Schnorchel und Kanu-Touren hinaus zu den bekannten Fels Inseln, welche zu den Wundern der Welt zählen. Diese grün bewachsenen Kalkstein-Inseln liegen über 40 km verteilt zwischen Koror und der Insel Peleliu. Sogar die kurze 5 km Fels-Insel-Tour kostete schon USD 95 inkl. einer "Besuchs-Erlaubnis" für die Felsinseln von $ 15.

 

Da uns Koror nicht sehr gut gefiel, rechneten wir uns aus, dass die $ 110.- die wir für einen Retourflug zur Insel Angar bezahlten, welche 65km südlich liegt, eine viel bessere Investition sind, um so mehr, als das Flugzeug nicht sehr hoch und direkt über diesen malerischen Inselchen flog. Der Abstecher nach Angar hat sich für uns absolut gelohnt. Wir fanden dort ein ruhiges Paradies, welches nur 7,8 km² gross ist und von 200 Einheimischen bewohnt wird, dazu kommen 8 Philippinos, die all das verrichten, das im entferntesten mit Arbeit zu tun hatte.

 

Hier hatten wir ein ganzes Haus am Strand für uns alleine doch auch dieses Paradies war nicht 100% perfekt; da es nämlich keine Gaststätte gab, konnten wir unsere Mahlzeiten bei den Besitzern bestellen. Bei unserer ersten Anfrage sagte man uns, dass das Essen mit Zutaten, welche auf der Insel verfügbar sind, zubereitet würden und wir glaubten naiv gehört zu haben: mit Zutaten die es auf der Insel hat, und so hofften wir heimlich auf lokale Kost. Nachdem wir aber an unserem ersten Morgen Würstchen aus der Dose und Armee-Biscuits zum Frühstück serviert kriegten, wurde uns unser Irtum schnell bewusst!

Bald wussten wir, dass das Einzige das wir hier frisch erwarten konnten, Fisch oder Krebse wäre, falls denn jemand zum fischen ging. Alles andere wurde auch hierher importiert. Nachdem am nächsten Tag das Versorgungsschiff anlegte, wurde unsere Ernährung von Tag zu Tag gesünder und besser. Nachdem dann in einer Vollmondnacht das Fangen von Krebsen selbst auf der Strasse zu einem Kinderspiel wurde, kriegten wir schlussendlich eine Delikatesse nach der andern auf unseren Tellern. Eine exquisite Kokos-Krabbe und ein duzend Landkrebse erfreuten nacheinander unseren Gaumen. Wir machten mehrere Spaziergänge um die ganze Insel herum und dank dem es hier auf den Wegen viel Schatten und kaum Verkehr gab, war es total angenehm. Teilweise war der Waldweg von vielen beeindruckenden Pandanus und Feigenbäumen gesäumt, an anderen Stellen wiederum, gab es löchrige Kalksteinfelsen die überall wie eine Theaterkulisse zwischen den Bäumen platziert schienen.

 

Wir waren überwältigt von der Vielzahl an Landkrebsen, die kurz vor Sonnenuntergang aus ihren Löchern krochen und buchstäblich die Strasse übersääten. Weiter sahen wir sowohl Monitor-Echsen, wie auch kleine Affen. Heute denkt man, dass die Affen urpsprünglich als Haustiere auf die Insel gebracht worden sind und dann ausrissen. Da ihre Zahl inzwischen diejenige der Bevölkerung um ein Mehrfaches übertrifft, wurden sie zur Plage.

 

Angar ist eine der wenigen Inseln die ausserhalb Palau's schützendem Riff liegt. Deshalb gab es mehrere Orte, wo die Wellen donnernd durch Felslöcher am Ufer in die Höhe schossen, ausser auf der Westseite, wo die Insel ein eigenes kleines Riff hat.

 

Nachdem wir das Wasser einer Kokosnuss getrunken hatten, öffneten wir diese (sehr einfach wenn man weiss wie) und deponierten die beiden Hälften direkt vor unserer Veranda in der Hoffnung, dass sie ein paar Kokoskrabben anziehen würden. Ueberraschend schnell kam eine wahre Armee kleiner Krebse zum Naschen angekrabbelt. Alle waren mit einer abgeworfenen Muschel von Seeschnecken geschützt und in dieser konnten sie sich verkriechen, wenn Gefahr drohte. Während ihres Wachstums nehmen sich die Krebse immer wieder ein grösseres Schneckenhaus bis ihr eigener Panzer hart genug ist. Leider war die grösste Krabbe, die wir gesehen haben, diejenige die auf unserem Teller landete; etwa 25 cm lang. Diejenigen die in unseren Garten kamen, waren alle zwischen 0,5 - 10 cm lang, aber voll ausgewachsene Kokoskrabben sollen bis zu einem Meter lang werden.

 

Während des 2. Weltkrieges verfielen sowohl die Japaner, als auch die Amerikaner dem Irrglauben, dass diese kleine Insel bedeutend sei, um den Krieg zu gewinnen. Zumindest haben sie die einheimische Bevölkerung noch evakuiert, bevor die Kämpfe begannen. Die Amerikaner bauten hier in nur 30 Tagen eine 2,2 km lange Flugpiste mitten in den Dschungel. Diese nimmt fast die gesammte Länge der Insel ein, doch hier bleibt wenigstens zu beiden Seiten noch viel Platz, nicht wie in Johnston oder Palmyra, wo die Militärflugplätze fast die gesammte Landmasse der Insel belegen.

 

Auch heute noch sind viele Strände und auch der Dschungel Angar's mit unzähligen Kriegsrelikten übersäät. Sie rosten langsam vor sich hin bis man sie nicht mehr sieht. An einem Ort gab es so eine grosse Dichte an abgeschossenen Militärflugzeugen, dass diese Stelle heute "Flugzeug-Friedhof" genannt wird. Da diese aber aus Aluminium und Plastik gebaut worden waren, verschwinden die Ueberreste nicht einfach durch Korrosion. 

 

Nach einem super Rückflug über die wunderschönen Felsinseln, bei dem Heinz sogar neben dem australischen Buschpiloten sitzen durfte, verbrachten wir zwei letzte Tage im geschäftigen Koror, bevor wir nach Guam weiter flogen.

Sobald wir auf dem Flughafen eingetroffen waren, wurden wir informierte, dass sich unser Abflug um mindestens 6 Std. verzögern würde. Dies wegen eines Vogels, der am selben Morgen als unser Blechvogel nach Manila abhob, in ein Düsentriebwerk flog und dieses ausser Betrieb setzte. Zumindest konnten wir unser Gepäck schon direkt bis nach Cairns aufgeben und dies, obwohl wir eine Nacht in Guam dazwischen hatten.

 

In der wartenden Menge trafen wir das holländische Paar, welches zuvor im selben Hotel war wie wir. Sie hatten in der Maschine gesessen, die umkehren musste und warteten hier nun schon seit 6 Stunden auf ein Ersatzflugzeug. Dieses traf kurz darauf auch ein, doch zu unserer aller Ueberraschung wurden wir, die Passagiere des zweiten Fluges nach Guam aufgerufen, uns zum Schalter zu begeben. Aber wer immer hoffte, dass wir jetzt zuerst fliegen könnten, machte sich falsche Hoffnungen! Es war natürlich schon gerecht, dass die anderen zuerst fliegen durften, doch wir mussten nicht auf dem Flughafen warten, sondern wurden mit einem Bus zurück nach Koror gebracht. Hier kriegten wir im Luxushotel Palasia sogar ein Zimmer mit Balkon und super Aussicht. Zum Abendessen durften wir uns zudem auf Kosten der Fluggesellschaft von einem grossen Buffet bedienen. Danach wurden wir zum Flughaften zurück gebracht, wo unser Flug nach zwei weiteren Stunden abhob. Da gab's also nichts zu motzen über den Service von 'Continental Micronesia Airline', welche an all ihren Schaltern in ganz Mikronesien den folgenden Spruch aufstellte:"Wir bedienen die freundlichsten und atemberaubendsten Inseln der Welt - Bitte wecken sie uns nicht, wenn wir träumen".

 

Als wir schlussendlich in Guam, welches zu den USA gehört, eintrafen, zeigte die Uhr bereits 03:30 h morgens und wir waren froh, dass wir unser Zimmer nur ½ Stunde später beziehen konnten. Nach kurzem, aber gesundem Schlaf, machten wir uns danach auf, diejenige Hälfte der Insel zu erkunden, welche hauptsächlich eine luxuriöse Feriendestination vornehmlich für Japaner, Koreaner und Chinesen ist. Die andere Hälfte ist eine amerikanische Militärbasis. Es gab riesige Hoteltürme, breite Schnellstrassen, grosse Einkaufszentren und Zollfrei-Geschäfte - all dies nur für die Touristen. Es hatte weder eine Fussgängerzone, noch eine Promenade entlang dem wunderschönen, aber ziemlich leeren Strand. Ein Shoppingbus verband die Hotels mit den verschiedenen Einkaufszentren und Duty Free Läden. Niemand benutzte die Gehsteige entlang der Hauptstrasse, da alles viel zu weit voneinander entfernt war. Diejenigen, die vor allem hierher kamen um einzukaufen bis zum Umfallen, waren sicher nicht enttäuscht. Für uns war es aber definitiv nicht ein Ferienziel das wir uns aussuchen würden und so waren wir eigentlich froh, dass wir noch am selben Abend nach Cairns zurück fliegen konnten (Australien Kapitl 10 A).

 


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