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Reisetagebuch Kapitel 6 [Dezember 2001 - Oktober 2002]
(FKK Jahr: durch Frankreich und Spanien Barfuss bis zum Hals)

Spanien
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Fotos: Spanien, FKK-Eindrücke Publikationen

FKK Winter 2001/02 in Spanien: nackt und natürlich

Unser Aufenthalt in der Schweiz im Dezember 2001 war nur ganz kurz, denn wir hatten inzwischen beschlossen, statt direkt nach Asien zu reisen, erst nochmals ein paar Monate in Südspanien und Frankreich zu verbringen. In der warmen Jahreszeit, so gegen mitte Jahr, fanden wir, würde es sicher angenehmer sein, das Auto zu verkaufen und all unsere Reisevorbereitungen zu treffen.

Dem Schnee und der Kälte zu entkommen war allerdings kein Leichtes; es hatte ja schon ansehliche Minustemperaturen als wir in Küssnacht losfuhren. Als wir durch Frankreich fuhren war's noch kaum besser bei unseren Uebernachtstops in Lyon und Perpignan. Kaum waren wir über die Grenze nach Spanien gefahren fanden wir um Barcelona wieder vom edlen Weiss. So legten wir unsere Strecke notgedrungen der Küste entlang und unterstützten damit die "notleidenden Autobahngesellschaften". Im Eilzugstempo erreichten wir nach zwei Uebernachtungen im schönen Peñiscola einer weiteren Uebernachtung in Vera nach 'nur 5 Tagen auf der Strasse', am 20. Dezember unser Winterquartier.

Im Costa Natura haben wir dasselbe Appartment zugeteilt bekommen wie im vergangenen Winter; die Nr. 105 mit den vielen Spiegeln an Decken und Wänden. 

Zuerst haben wir uns mal in der Ferienanlage umgesehen wer von den bekannten Gesichtern auch wieder da war und nach 3 Tagen holten wir unsere Freundin Gusti vom Flughafen ab, welche sich spontan für 11 Tage bei uns angemeldet hatte.

Wir verbrachten eine lustige Zeit zusammen und tauschten viele Erinnerungen an unsere Zeit "DownUnder" aus. Sie war noch nicht abgereist, da kam bereits die zweite Besucherin an, Anita aus Deutschland die wir ebenfalls aus Australien kennen. Sie kam gar noch spontaner und meldete sich erst 4 Tage vorher an.

Obwohl es in Estepona 30 ºC mehr hatte als in der Schweiz, froren die beiden Frauen zeitweise. Aber ironischerweise kam die wirklich lange Schönwetterperiode erst, als beide bereits wieder abgereist waren. Wir glauben aber, dass es beide trotztdem genossen haben hier am Meer. Gusti hat auf jeden Fall, kaum 1 Woche wieder zu Hause, schon den nächsten Flug nach Malaga gebucht und ihr Freund Pepi konnte nach ihren Schwärmereien wohl auch nicht wiederstehen und so kam er nun diesmal mit. Nur 3 Wochen später waren die beiden bei uns und sie erwischten eine super Woche mit eitel Sonnenschein. Nebst ausgiebigen Schlemmertouren an denen Pepi besonders viel Freude hatte, gingen wir abends auch oft in die Sauna und ins Jacuzzi.

Ab mitte Januar war das Wetter frühlingshaft warm und nur ausnahmsweise gab's einmal einen Regentag. Was hatten wir dann besseres zu tun, als ins Internet-Café zu fahren und uns mit neuen Nachrichten einzudecken.

Beim 'surfen' fanden wir einen 'Presserohstoff' von der eidgenössischen Regierungsobrigkeit. Darin wurde angekündigt, dass der neue schweizer Pass def. ab 1.1.2003 eingeführt würde und nun generell 10 statt 5 Jahre gültig sein soll. Nun begannen wir schon wieder abzuwägen, ob es sich wohl für uns lohnen würde, auf dieses Papier zu warten. Sofort schrieben wir an den Bundesrat ein e-mail um die Frage zu stellen, welche uns am meisten unter den Nägeln brannte; "unter welchen Umständen kriegen 'nicht angemeldete Globetrotter' den neuen Ausweis ?"

Siehe da, 2 Tage später bekamen wir schon Antwort. Neu hat das EDA sogar die Existenz der Ausnahmespezies Weltenbummler anerkannt und für sie  vorgesehen, dass diese Personen ab nächstem Jahr problemlos neue, 10 jährige Pässe bekommen können,  irgendwo auf der Welt, OHNE dass sie sich anmelden und Formularkrieg führen müssen, es soll auf jeder Botschaft möglich sein.

BINGO, dies war Grund für uns zu feiern !!! Darauf warten wir natürlich gerne und entschlossen uns  deshalb noch bis im Frühjahr 2003 in Europa zu bleiben. Da wir in den letzten 3 Jahren bereits all die Länder und Gegenden Europas besucht hatten, die uns reizten, konnten wir nun mit gutem Gewissen ein wenig ausspannen, bevor wir zu exotischeren Abenteuern aufbrechen.

Deshalb hatten wir unseren Reiseplan einmal mehr geändert und beschlossen nun bis im Herbst von Paradies zu Paradies ziehen, tagsüber wie Adam und Eva leben und abends wie Gott in Frankreich tafeln. 

Im Herbst, sobald die Blätter fallen, und wir ohne Hüllen in Frankreich frieren würden, werden wir vorraussichtlich nochmals in Südspanien, im Costa Natura überwintern.
So werden wir dann bereits im Konsulat in Malaga einen neuen Pass beantragen um damit das letzte Stückchen Freiheit zu erhalten, welches uns im Moment noch fehlt. Damit können wir uns dann im übernächsten Frühling in der Schweiz auf all die nächsten Abenteuer vorbereiten, auf die wir dann Lust haben....

Nach diesem unsere Welt bewegenden Entscheid, kam schon das nächste e-mail, welches unseren nächsten Besucher ankündigte, Joe Beelen, Brigitte's ehemaligen Chef. Er hatte grad einen Voluntärjob in Marokko und war schon seit längerem daran interessiert, die Erfahrung zu machen, wie es ist, ein Naturist zu sein. Mit 72 wollte er dies nun unbedingt erleben. Anfangs März holten wir ihn von der Fähre in Algeciras ab und kaum aus dem Auto liess er seine Hüllen fallen.... Wie immer mit ihm, redeten wir die halbe Nacht durch und diskutierten über Gott und seine Welt.

Er sollte noch nicht der letzte Ex-Alconer sein, der uns besuchte. Kaum hatten wir die Zusage bekommen, dass wir bis nach Ostern im Costa Natura bleiben können, erhielten wir ein e-mail von Magy Schwendener. Sie käme mit ihrem neuen Lebenspartner Ruedi gerne vorbei, da ihr neu erworbenes Haus an der Costa del Sol momentan wegen Umbau oben ohne ist, möchten sie die Gelegenheit beim Schopf packen und in der Zwischenzeit bei uns im Costa Natura ganz ohne sein. Somit waren sie in der letzten Woche unsere Besucher Nr. fünf, es ist wohl immer so - entweder besucht man uns in Massen, oder überhaupt nicht. Wir hatten auf jeden Fall eine sehr interessante Zeit und bekamen zudem noch einen sehr wertvollen Tip. 

Denn jetzt noch ein andere Neuigkeit: wir haben den Twingo in Estepona vorgeführt !!!!!!!!
Am 1. April / KEIN SCHERZ !

Wie uns Ruedi erklärte, können auch Schweizer ihr Auto in Spanien prüfen lassen, genau wie die übrigen Europäer. Die EU bringt und also nicht nur dank der Euro Einführung Vorteile. Wir konnten uns ohne Anmeldung in die Reihe stellen und wurde für 25 Euro vom staatlichen ITV geprüft. Daraufhin haben wir dem Strassenverkehrsamt Zug einen Fax geschickt und Herr Schaller hat uns gleichentags geantwortet (per e-mail, ganz modern) Er konnte diesen Testbericht akzeptieren und brauchte nur noch das Original.

Nur 3 Tage später sind wir dann doch noch vom Costa Natura los gekommen.

 Als wir eine schöne kleine Inlandstrasse wählten, kamen wir hinter unzähligen  Hügeln mit roter Erde die mit Olivenplantagen bebaut waren, auf ein Hochplateau. Es herrschte Aprilwetter und wir sahen mehrere Regenbogen, dazwischen, was sonst noch dazu gehört - Regen und Sonne. Als es dann langsam dunkel wurde, suchten wir ein Nachtquartier und merkten erst jetzt, wie kalt es hier überall war. Nun fragten wir zaghaft danach, ob 'califaccion' inbegriffen sei. Zum Glück fanden wir beim zweiten Anlauf schon so ein Hostal und als wir unsere Taschen ausluden, kam grad ein Schneeschauer über uns hernieder -  und so ist es nicht einmal in Andalusien ohne Heizung angenehm. Heinz hat's fast hinten usi gestrehlt als er den Schnee sah ...

Am nächsten Tag konnten wir im Templo del Sol bei Tarragona, wo wir eine Woche waren, aber bereits wieder nackt am Strand liegen. So krass ist das Klima in Spanien !
Wir haben für 1 Woche ein Mobilheim gemietet und blätterten jeden Abend in den Ferienprospekten. Dort sollten wir uns doch langsam entscheiden wo überall, und in welcher Reihenfolge, wir unseren Feriensommer in Frankreich verbringen sollten, aber es fiel uns schwer. Es gibt schon einiges zu berücksichtigen und organisieren. Zudem haben wir um Pfingsten rum mit Moni und Bruno im Sablière abgemacht.

Ihr wisst ja, wir reisen immer dem optimalen 'Preis-Leistungs-Verhältnis' nach. Zudem muss es noch bis mitte Juni am Mittelmeer zu viel Wind haben um an die Sonne zu liegen. Zu dem Zeitpunkt kann man es aber  im Sablière und anderen Orten inland bereits problemlos aushalten. So wie's aussieht, können wir nämlich jetzt den ganzen Sommer durch unterbruchslos in Frankreich von einem Ferienort zum andern ziehen, bis wir am 1. November wieder im Costa Natura angemeldet sind.

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FKK Sommer 2002 in Frankreich: nackt und natürlich

Am 11. April fuhren wir nach Frankreich rein, immer noch unentschieden wo unser Feriensommer starten sollte. Als erstes schauten wir kurz im Aphrodite village bei Port Leucate vorbei und holten Prospekte. Die Ferienanlage sah recht ansprechend aus, der Wind jedoch blies so heftig, dass wir buchstäblich unsere Kleider festhalten mussten. Die Wellen vor dem Pier schlugen enorm hoch, so ein wildes Meer hatten wir noch kaum gesehen.

Am Abend übernachteten wir in Beziers und tags drauf sammelten wir in Cap d'Agde weitere Prospekte. Hier nun mussten wir die Spur definitiv wählen, es gab kein "hin und her" mehr:

Die Münze entschied - wir fuhren zuerst ins Domaine de  Bélézy beim Mont Ventoux nur etwa 40 km östlich von Avignon. Es gefällt uns auch hier sehr gut und wir hatten Glück noch eine Unterkunft zu finden. Sie vermieten hier brandneue Chalets und da in Frankreich anscheinend den ganzen April irgend eine Region Schulferien hat, lief das Geschäft auch schon jetzt überraschend gut - deshalb  mussten wir allerdings drei Mal das Bungalow wechseln.... Das Wetter hat sich kurz nach unserer Ankunft in traumhaftes Frühlingswetter gewandelt und wir genossen es, uns am geheizten Pool unter die jungen Familien zu mischen. Viele Eltern sind jünger als wir, aber wir staunen bald nicht mehr, dass einige von diesen zum Teil schon bald erwachsene Kinder haben.
Wir hatten im Bélézy drei wunderschöne Wochen bei Temperaturen die bis 24 Grad stiegen. Es wurden viele Aktivitäten geboten, so auch Grillabende bei denen wir uns gerne mit den anderen ans bräteln machten. Waren die Gäste zu Anfang fast ausschliesslich Franzosen, so wechselte das Publikum ende April sehr schnell und innerhalb von wenigen Tagen waren die meissten Naturisten plötzlich aus Holland von denen die Mehrheit campierte, während die Franzosen eher die bessere und eigentlich billigere Lösung wählten und eine Unterkunft mieteten.

Auch nahmen wir die Gelegenheit wahr, ein wenig mehr von der Provence zu entdecken, wobei wir vor allem Ausflüge in die kleinen Dörfer machten. Viele schmiegten sich eng an einen Hügel und hatten sehr viel Charme. Besonders gefielen uns Séguret, Vasques, Roque Alric und Barroux. Dazwischen sah man Lavendelfelder, Reben und Olivenplantagen. Einen schönen Tag erlebten wir auch bei den Gebirgsformationen der Dentelles de Montmirail welche sich wie schmale Mauern hoch aus den Hügeln erheben. Die Felsen waren oft löchrig und gewunden, ein überwältigender Anblick.

Am 1. Mai wechselten wir dann ins Domaine de la Sablière wo nach 10 kalten Tagen allein, Moni und Bruno eintrafen, zusammen mit gutem Wetter. Obwohl wir das Gebiet schon gut kennen, gab es auch diesmal wieder neues zu entdecken. Vor allem kulinarisch. Da das Restaurant im Sablière Gelände nicht mehr sehr vielversprechend war, erkundigten wir uns nach neuen Tips zu guten Restaurants. Diesen folgend, lernten wir mehrere neue Lokale kennen, darunter sogar einige welche von Michelin oder dem Gault Milaut ausgezeichnet waren. Fein haben wir wieder geschlemmert - auch Moni und Bruno haben es genossen, noch ein paar neue Gourmettempel kennen zu lernen. Vor allem weil sie sich nach unserer Abreise ja noch 10 Tage länger "durchbeissen" konnten...

Am 25. Mai wechselten wir  vom Sablière ans Mittelmeer ins "Village Naturiste Port Leucate" wo die beiden Feriensiedlungen Aphrodite und Oasis sehr idyllisch auf einer Sandbank zwischen dem Etang de Leucate (Binnenmeer, Inlet) und dem Meer liegen. Ein richtig kleines Dorf mit Hauptplatz und Geschäften rundum, darunter eine sehr gute Bäckerei und Metzgerei.
Wir hatten ein kleines Studio gemietet und verbrachten 2 Wochen an einem wunderschönen langen Sandstrand. Die Umgebung war zwar sehr touristisch, dennoch war es noch friedlich dank dem erstens noch Vorsaison war und zweitens die FKK Dörfer eigentlich fast immer etwas vom grossen Trubel abgeschirmt sind. Es gefiel uns sehr gut dort und wir freuten uns bereits jetzt, im Herbst nochmals für 6 Wochen hierher zurück zu kehren. Eine grössere Wohnung hatten wir nämlich bereis gebucht.

Es ist uns aufgefallen, dass hier die Grundstückpreise für Ferienwohnungen noch nicht so  überhitzt sind, wie an der Costa del Sol. Im Costa Natura kostet eine 30jährige Ferienwohnung mit nur 27m² EUR 150'000 bis 250'000 wogegen in Leucate ein sehr ähnliches Appartement bereits für EUR 50'000 zu haben ist. Kleinere Studios gehen bereits für EUR 20'000 und brandneue Reihenhäuser gibt's ab EUR 90'000. Der teuer bezahlte Unterschied ist vor allem dadurch zu erklären, dass hunderttausende von (reichen alten) Nordeuropäern wegen der Wärme die dort auch im Winter reichlich vorhanden ist, mit ihrer Nachfrage und Finanzkraft die Preisspirale  kräftig nach oben gedrückt haben. Wir finden allerdings,  die Sommerhitze an der Costa del Sol muss wohl kaum ertrâglich sein. Dazu kommt, dass die Spanier selbst nur im Sommer kommen und deshalb werden dann die teuren Wohnungen im Winterhalbjahr zu spottpreisen vermietet.

Weniger Vorteilhaft fanden wir, dass in Port Leucate oft ein sehr starker Wind weht, der Tramontane. Zudem war die Auswahl an guten Restaurants für Frankreich sehr bescheiden - meist nur Moules-Frites, Pizza und was man in den Touristen-Fallen sonst noch so serviert kriegt. Um dies zu kompensieren, tauchten wir anschliessend bewusst noch in den grösseren Rummel von Cap d'Agde ein.

Da wir uns vorher über die Preise für Unterkünfte informiert hatten, fand Heinz natürlich bald wieder das beste Preis-Leistungsverhältnis und vielleicht staunst Du; es war ein Studio, das sich am besten rentierte und nicht der Campingplatz ! Vier Personen hätten zum campieren bereits mehr bezahlt ...Wenn wir mit EUR 7.-- mehr pro Tag eine Unterkunft mit Küche und Bad haben, dann lohnt sich das doch, fanden wir. Zudem konnten wir so viel besser Vorräte lagern und unser Frühstück oder Z'vieri aus dem Kühlschrank geniessen. Bald war's nämlich über 30°C warm.
Die Naturistenzone gleicht einer richtigen Kleinstadt am Strand. Es gab viele gute Geschäfte und Lokale zur Auswahl - unsere Favoriten waren diejenigen welche Meerfrüchte servierten und natürlich die Inder, Japaner, Mexikaner, etc..
Jetzt in der Vorsaison hielt sich die Menschenmenge noch im Rahmen, doch Anfang August sollten hier über 40'000 Personen unter kommen. Wie gedrängt muss dann wohl der Strand aussehen ? Als wir da waren, war's noch recht gut und wir fanden immer irgendwo eine Lücke wo wir Beachball spielen konnten zwischen den Leuten. Der Sand war extrem fein und am Nachmittag wurde er so heiss, man konnte kaum noch darauf gehen. Auch wir kauften bald einen Sonnenschirm um etwas Schatten zu haben.

Abends staunten wir über die zum Teil sehr speziellen Leute die es in Cap d'Agde seit langem hat. Sie kleideten sich gerne in Reizwäsche oder liessen ihre Geschlechtsteile durch Lack und Ledereinbände rahmen, was sie um einige hundert Euro ärmer machte, dafür glaubten sie dann vermutlich, dass sie zum Kunstwerk mutierten. Am Strand hatte sich das Ganze nicht gross von anderen FKK Anlagen unterschieden, auf der Promenade und vor allem in den Bar's fiel diese Minderheit jedoch kräftig ins Auge. Geschäft ist halt Geschäft und es gibt offenbar genug Dumme die bereit sind, unmengen Geld auszugeben, um aus etwas Natürlichem etwas Künstliches zu machen. Wir fragten uns manchmal, wem das eigentlich so gefiel, denn oft sahen wir des nachts die "Tussis" im durchsichtigen Hemdchen frieren, dass die Brustwarzen nur so nach draussen drägten, neben ihrem gelangweilten und hundskomun gekleideten Mann gehen... uns hat's amüsiert aber wir sind trotzdem froh, dass dies wohl die einzige derartige FKK Siedlung ist.

Nach 2 Wochen fuhren wir dann wieder auf's Land raus um zum Kontrast die totale Ruhe zu finden. Ganz auf alle Annehmlichkeiten wollten wir aber dann doch nicht verzichten. Zu verwöhnt waren wir mit frischem Brot und Früchten, dass wir nun in Lodève wo auf dem Camping weder Laden noch Restaurant geöffnet waren, nicht bleiben wollten. Wir berieten kurz vor der Reception und beschlossen dann keck ein paar Pässe weiter zu fahren.

Bei Cordes sur Ciel wussten wir nämlich noch vom FKK Gelände Lissart, welches neu von einem englischen Paar geführt wird, das wir letztes Jahr kennen gelernt hatten. Dort wurden wir am kühlen Pool empfangen und tauschten gleich unsere letzten Neuigkeiten aus. Leider hatte es nur wenig Bäume und so trieb uns jeweils die Sonne bereits um 9 Uhr aus dem Zelt, welches wir nun hier endlich zum ersten Mal aufgestellt hatten. Lissart ist sehr klein und wird eher als Luxus und Lebensphilosophie seiner englischen Besitzer betrieben und sicher nicht gewinnorientiert. Ein altes Bauernhaus wurde liebevoll renoviert und mit einer riesen Gemeinschaftsküche, Sauna Sprudelbad und Aufenthaltsräumen allen zur Verfügung gestellt. Es gefiel uns sehr gut und wir genossen die Ruhe in dieser grünen Hügellandschaft. Mit Ali und Andi, den beiden Managern, hatten wir immer was zu schwatzen und nur am Sonntag hatten wir die Gelegenheit französisch zu sprechen, wenn die Leute aus der Umgebung kamen, denn die meisten andern Campinggäste waren Engländer oder Holländer.

Wir  machten einen Ausflug zu den alten Dörfern entlang der "Route des Bastides" nach Pennes, Bruniquel, Najac und Puycelci wo es überall uralte Schlösser und Häuser oder Ruinen zu bestaunen gab.

Anschliessend ging unsere Reise weiter in die Dordognedie berühmte Gegend um den gleichnamigen Fluss. Wir gingen natürlich vor allem wegen der vielen Gourmetrestaurants welche in den Gastronomieführern  Gault MillauBottin Gourmand,Guide Rouge und wie sie alle heissen, erwähnt sind. Das ist nun das Gebiet wo wir von anf. Juli bis anf. Sept. tagsüber wie Adam und Eva im Pardies lebten und abends wie Gott in Frankreich tafelten...

Als erstes landeten wir in der Domaine de Chaudeau, einem Campingplatz der zu unserer Ueberrschung ganz und gar französisch war. Wir hatten den Platz einfach so aus dem Buch ausgesucht und so einen sehr schönen Ort gefunden. Grosse Campsites,  zwei kleine Teiche und dazu sehr viel Wald. Weil die meisten Franzosen erst Ende Juli Ferien machen, war es hier noch erstaunlich ruhig. Bei einer Gemeinschaftsmahlzeit lernten wir auch die 80 jährige Gründerin des FKK Platzes kennen, welche ihn vor 40 Jahren aufgezogen hat, überhaupt war er sehr familiär geführt. 

Bald taten wir uns mit den einzigen andern "outsidern" zusammen, die weder französisch noch holländisch als Muttersprache hatten und weder alt noch Eltern waren; Carol und Ian aus England. Wir liessen uns bald von ihrer Sitte mit dem tägl. 5 o'clock tea mit selbstgebackenem cake verführen und sie begleiteten uns ihrerseits zu den Schlemmerlokalen der Umgebung. Es gibt aber auch die sogenannten "Ferme Auberges": Bauernhofrestaurants von denen wir einige ausprobierten. Sie servierten eine grosse Auswahl an traditionellen Speisen, die mancherorts sehr gut gekocht waren.Aber selbst wo das Essen nicht so köstlich schmeckte, war die Kundschaft am Schluss meistens trotzdem zufrieden. Zu jedem Gang wurde nämlich ein neues Fläschchen aufgetischt, selbst zur Suppe !!! und dies eingerahmt von Apéro bis Digestiv und alles für nur 20 Euro pro Person bei 8 Gängen. Ob der "Alki" allerdings von so guter Qualität war, sei dahingestellt - jedenfalls verrechneten sie für das Wasser, welches Heinz statt dessen trank, einen Zuschlag... - vor allem ein guter ´deal´ für Trinker also ?

Die umliegenden Ortschaften Montpon und St. Foy hatten beide ihr Spezielles. In ersterer war anlässlich eines Festes für die alte occitanische Sprache ein richtiger `Himmel' aus Plastikblumen über sämtlichen Strassen aufgehängt worden. In St. Foy, am Fluss der Dordogne, konnten wir am 14. Juli, dem französischen Nationalfeiertag, einem herrlichen Feuerwerk zusehen. Die Raketen waren sehr effektvoll und es schien uns, dass es dabei etwas mehr Lärm machen durfte, als in der Schweiz am 1. Aug. üblich ist. Fast bei jedem Geschoss wurde der Lichteffekt noch mit einem lauten Knall unterstrichen.

Am 20. Juli wechselten wir dann auf den Campingplatz   Le Couderc  nur 20 km von Bergerac. Auch hier bestätigte sich der Eindruck eines Vorstandsmitgliedes der französischen Naturisten Vereinigung: er stellte fest, dass vielfach eher die üblichen Textilcampingplätze von einer hohen Mauer umgeben sind - die FKK's hingegen oft nicht mal von einem Hag abgegrenzt sind.
Zu unserem Erstaunen hatte es hier 98% holländische Familien. Daneben gab's noch ein paar wenige Engländer und Belgier und wir waren schon wieder die Exoten aus der Schweiz...  Jetzt war nun Hauptsaison und alles war sehr gut belegt. Wehe dem, der nicht lange schon im voraus reserviert hatte. Um uns herum gab es viele Solche und sie waren  ständig mit umziehen beschäftigt, da ihr Platz nach ein paar Tagen wieder von jemand anderem reserviert war.

Das Gelände mit knapp 200 Plätzen wird von der holländischen Besitzerfamilie zusammen mit bis zu 35, vorwiegend jungen, motivierten Angestellten gemanagt, die hier Ferien und Arbeit ideal vereinbaren konnten. Der Aufenthalt hier war ihre Motivation und Naktheit ihre Uniform. Ausser in der Geisternacht:  da haben sie sich als grauslige Gespenster verkleidet und keinen Aufwand gescheut, um Kinder und Erwachsene auf dem Horrorpfad zu erschrecken. Um die Sicherheit der schreiend in alle Richtungen rennenden Gäste zu garantieren, stellten sie kurzerhand 9 blinkende Autos in die umliegenden Durchgangsstrassen um den Verkehr abzubremsen.

Aber auch die Gästeschar wurde ein Mal pro Woche aufgefordert für Unterhaltung zu sorgen und ihr Können unter Beweis zu stellen. Hatten wir mit einem kurzen, vielleicht schrillen Karaoke gerechnet, wurden wir bald staunend eines besseren belehrt. Von 21 bis 02 Uhr nachts wurden Lieder- , Tanz- und Musikaufführungen geboten, die zu einem grossen Teil von sehr talentierten Gästen dargeboten wurden. Ueber die Hälfte war absolut professionell und wir wunderten uns nicht mehr, als wir tags drauf erfuhren, wie viele Berufsmusiker und Schauspieler diesen Camping zu einem regelrechten Künstlertreff werden liessen. Einige von ihnen wollten wirklich nur Urlaub machen, die meisten jedoch konnten's nicht lassen. Obwohl sie hier zahlende Gäste waren, drängten sie sich um die Plätze auf der Bühne und machten einander regelrecht Konkurenz. Uns und die andern Laien hat's gefreut.
Wir fragen uns, ob die Selbstsicherheit, die es braucht um auf einer Bühne zu stehen, etwas mit der Selbstsicherheit zu tun hat, mit der Naturisten zu ihrem Körper stehen ?

Wie viel der Arbeit für die Bühnengestaltung in die Hände der podiumsgewohnten Künstler gelegen hatte, realisierten wir erst, nachdem diejenigen Profis abgereist waren, die nicht nur singen konnten, sondern auch noch eine Ahnung von Technik hatten. Die Bewältigung des Kabelsalates verursachte den Organisatoren später plötzlich haufenweise Probleme.

An manchen Abenden, wenn in ¨klein Holland" nicht's geboten wurde, fuhren wir raus nach Frankreich um fein zu essen. An guten und z.T. auch preisgünstigen Lokalen mangelt es in der Dordogne-Gegend nicht , obwohl viele auch recht teuer sein können, nicht nur dasjenige von Paul Bocuse bei Lyon.
Wie in den Gourmet-Tempeln üblich, hielten wir uns an die Regel, überall vorher zu reservieren.

Um auch sicher zu stellen, dass die Köche weiterhin motiviert bleiben, den hohen Standard den die Testesser der Gourmetführer gewohnt sind, beizubehalten, haben wir nun doch noch DAS Buch von Gault Millau  gekauft... Oder ehrlicher vielleicht, dass wir auch ja keines dieser goldenen Milieu's übersehen bei dem man für eine Schlemmermahlzeit kaum mehr bezahlt als in einer Pizzeria. Brigitte gibt's zu; sie ist mittlerweile schon so verwöhnt, sie isst fast nur noch Filets - egal ob's vorher gelaufen, geschwommen oder geflogen ist ... Heinz hingegen ist weniger heikel, solange Quantität nicht vor Qualität steht !
Nachdem wir allerdings ein paar Mal mit Vegetariern essen gegangen waren, realisierten wir, dass diese es nicht so einfach haben in Frankreich um nicht zu sagen, dass sie fast gänzlich ignoriert werden. Wer hingegen Fisch und vielleicht auch noch Vogel isst, hat es hier leicht, obwohl die Franzosen die grössten Fleischkonsumenten Europas seien.

Ein weiterer interessanter Teil so eines Campingsommers, sind die Begegnungen mit den einfachen Zeltnachbarn oder den luxusgewohnten "Wohnwägelern". Alle alters- und sonstigen Schichten waren vertreten:

Alle genossen ihren Urlaub, auch diejenigen die es nicht immer so einfach hatten. Bei manchen, teilweise auch schon bei kleinen Kindern, sah man grosse Narben. Auch hatten wir gleich zwei Mal eine Zeltnachbarin im Rollstuhl. Sie meisterten allerdings ihr Schicksal grundverschieden:
Die erste, Jo, eine 40 jährige energiegeladene und lebenslustige  Engländerin, bewegte sich, wo immer möglich, allein über alle Hindernisse. Sie war sogar diejenige, die für das Familieneinkommen sorgte, denn ihr Mann Mark, war arbeitslos. Er als Bastler hat ihr das Tandem so umgebaut, dass sie die Pedale mit den Händen antreiben kann, denn auch heute noch sind beide begeisterte Tandemfahrer, obwohl ein schwerer Velounfall die Ursache ihres Handicaps ist. Dass ihr Auto ebenfalls umgebaut ist und sie sich selbst ans Steuer setzt, ist für sie nur selbverständlich. Ebenso, dass sie in einem ganz normalen Kleinzelt campierten.

Ganz anders hingegen die 50 jährige Holländerin, die wir in 10 Tagen ein einziges Mal selbst ihren Rollstuhl bewegen sahen - und dies war bei einem plötzlich einsetzenden Regenguss. Ansonsten sass sie immer nur da wie ein abgestelltes Möbelstück. Den Kopf hängen lassend und mit dem Rücken gegen die Leute gewandt, damit sie mit niemandem sprechen musste. Auch für sie hatte man das Auto umgebaut. Allerdings so, dass sie ihr Mann auf die Hebebühne rollen und dann in den Hinterteil des Kleinbusses hieven konnte. Dieser Frau fehlte ganz offensichtlich sowohl die Lust, als auch der Mut an ihrem Schicksal etwas zu ändern.
Da war auch noch das etwa 45 jährige Paar, die wie echte Motorradhippies im schwarzen Oldtimer mit Seitenwagen anreisten. Von der Frau erfuhren wir, dass sie ihre Ferien minutiös vorausplanen musste, denn sie musste drei Mal die Woche in ein Dialysezentrum zur Blutreinigung.

Durch diese Begegnungen ist uns wieder einmal mehr bewusst geworden, wie wertvoll die Gesundheit ist und wie wichtig es ist, das Leben in vollen Zügen zu geniessen solange man kann.

Diesen Sommer hatten wir wieder einmal richtig Glück: obwohl wir immer auf Campingplätzen übernachteten, waren wir dem richtigen Hochsaisontrubel eigentlich nur während 2 Wochen ausgesetzt. Dank dem wir bis zum 20. Juli an einem Ort mit vorwiegend französischen Gästen waren, von denen die Masse erst ende Juli anreisten und danach auf das holländisch dominierte Gelände wechselten, wo ab Ende Juli die Massen bereits langsam abreisten und sich so das Gedränge auch schon wieder lockerte.

Bis wir am 17. Aug. weiter zogen, war es im Couderc für unseren Geschmack bereits etwas zu ruhig geworden. Trotzdem wagten wir uns anschliessend gleich nochmals auf einen Platz, der von einer holländischen Besitzerfamilie geführt wird - andere gibt es in der Dordogne ja kaum...

Das Cro Magnon bei Sarlat la Canéda liegt geographisch sowohl im kulturellen- als auch im kulinarischen Zentrum. Zu unserer Ueberraschung mussten wir dort mit vielen anderen Neuankömmlingen anstehen und: über die Hälfte der Kundschaft "parlait français"! Die holländischen Gäste waren hier auf unter 30% geschrumpft, daneben gab es noch etwa 10% Engländer, dazu ein paar Belgier, hier nun einige wenige Deutsche, sowie als Exoten: eine Partei Spanier und WIR
Die Besitzerfamilie hatte es hier offenbar verstanden, ein Ambiente zu schaffen, das nicht nur ihre Landsleute, sondern auch die einheimischen Franzosen und die übrigen Europäer anzog. Ein attraktives Preisgefüge vermochte die Gäste des Campingplatzes und erst recht der Bungalows auch nach der Hauptsaison noch in einem angenehmen Masse anziehen; so dass noch voller Service geboten wurde aber mehr als genug Platz für alle blieb.

Allerdings waren so halt auch die Mietwohnwagen, die es hier ausserhalb der Hochsaison billiger gab als Zeltplätze (mit Strom) ! das haben wir uns letztes Jahr schon gut gemerkt - bereits alle belegt. Nach 1 Woche nochmals im Zelt, gelang uns dann aber der Aufstieg vom Campeur im Kleinzelt der auf allen Vieren geht, zum aufrecht gehenden Cro Magnon (Urmensch) der einen primitiven Caravan bewohnt. 

Hier hatten wir ganz erstaunliche französische Zeltnachbarn. Sie schafften es fast täglich bis 10°° Uhr auszuschlafen und dies obwohl sie ein 6 Wochen altes Baby, ein 3 jähriges Mädchen und 2 kleine Hunde dabei hatten. Auch tagsüber machten die Kinder meist einen sehr zufriedenen Eindruck.
Dies war nur eines von vielen Beispielen. Wir bekamen in den letzten 5 Mon. generell den Eindruck, dass die jungen französischen Eltern und ihre Kinder miteinander in einem viel angenehmeren Ton umgingen, als wir dies von Deutschsprachigen gewohnt sind. Liegt dies wohl daran, dass die französische Mentalität es viel eher zulässt, dass die Kinder durch eigene Erfahrung lernen können und nicht ständig durch Kontrolle und Vorschrift nervös vor allem Schlechten bewahrt werden sollen ?

Ebenfalls auffällig häufig sahen wir Familien mit Kindern jeden Alters im Restaurant. Auch in den gepflegteren Lokalen machten die Kleinen fast immer einen zufriedenen Eindruck, obwohl das Kindermenue oft nicht einmal Pommes-frites enthielt. Manchmal mussten sie zwischen Schnecken, Muscheln und Fisch auswählen ! Danach lange stillsitzen konnten die Kinder natürlich weder hier noch dort, aber die Eltern assen in Ruhe weiter und liessen die Kleinen springen. Für die Dessertbestellung waren sie sowieso meist wieder da, oder einmal, als dies nicht so war, sagte ein Vater locker zum Kellner, er solle die Schar auf dem Marktplatz suchen und dort die Bestellung aufnehmen...

Erneut nahmen wir die Gelegenheit wahr, die Sehenswürdigkeiten und schönen Orte der Region mit ihren vielen Schlössern zu besuchen. Besonders hervorheben möchten wir:

Sarlat la Canéda   Domme   Beynac   La Roque Gageac   Les Eyzies   Castelnaud

Natürlich haben wir's genossen, dass die Region der Dordogne nicht ganz so grosse Touristenmassen anzieht wie das Mittelmeer, dafür ist das Wetter auch nicht ganz so stabil und trocken wie dort. Teilweise macht sich der Atlantik-Einfluss etwas bemerkbar. So schlecht, dass man nur daran spürte, dass es Sommer war, weil die Zeitungen die typischen Sommerflaute-Artikel brachten, war es allerding nicht ! Obwohl wir solche Berichte wie derjenige in der Süddeutschen Zeitung über die umstrittene St. Christopherus-Versicherung in Immensee, welche - so verwerflich es auch ist - Trinker gegen Führerscheinentzug versichern will, amüsant fanden.

Es gab zwar häufig Regen, aber es gab auch kurz darauf wieder Hitzewellen und richtig kalt wurde es gar nie. Zahlreicher als die Schlechtwettertage, waren auf jeden Fall die Urlauber, die bei 25°C und bewölktem Himmel splitternakt umherstanden und sich über das "schlechte Wetter" beklagten. Verglichen mit den sintflutartigen Regenfällen und Überschwemmungen im übrigen Europa, hatten wir es hier ja noch fast trocken ....

Am 7. September ging's nach 11 Wochen campieren, davon 9 Wochen in der Dordogne, zurück ins "Village Naturiste Port Leucate" bei Perpignan, wo wir im Aphrodite Village über die Agence Oasis für 6 Wochen ein Appartement gebucht hatten. Heinz hat nämlich raus gefunden, dass die eine Agentur ihre Saisonpreise nach den Ferienzeiten der Franzosen, die andere nach denjenigen der Deutschen und Holländer richtet. So haben wir dann mit der jeweils günstigeren Agentur gebucht.

Die Gäste-Zusammensetzung der Urlauber hier am Mittelmeer, hat sich radikal geändert. Sahen wir die letzten zweieinhalb Monate in der Dordogne überhaupt keine Schweizer und nur eine Hand voll Deutsche, so wimmelte es hier nur so von beiden. Daneben hatte es aber auch sehr viele Franzosen.

Die Anlage war auf jeden Fall im Herbst viel besser belegt als im Juni. Die Franzosen wussten natürlich schon vor uns, dass die Nachsaison die wärmere und windstillere Jahreszeit ist, was sich für dieses Jahr ebenfalls bestätigt hat. Jetzt im September, war es hier nämlich noch sommerlich warm und nicht selten sassen wir bis Mitternacht draussen, ohne uns anziehen zu müssen, wogegen wir inland, wo wir vorher waren, bereits kühle Nächte und Morgennebel erlebt hatten.

Den Backofen, den wir uns extra gewünscht hatten, benutzten wir in den ersten Wochen nie, da wir ohnehin schon Mühe hatten, die Wärme aus unseren Zimmern raus zu bringen. Zum Teil war es schon fast zu heiss um gut schlafen zu können. Ueber das wollen wir uns aber nicht beklagen, denn die gute Lage die unsere Wohnung, gleich am Wasser des Etangs hatte, schätzten wir sehr. Zwei Schweizer, die wir vom Costa Natura her kennen und die bei unserem Eintreffen ebenfalls da waren, hatten uns schon verdächtigt mit dem Windmesser nach diesem geschützt und sonnig gelegenen Appartment gesucht zu haben. Dabei war es die Dame der Oasis-Agentur die uns dieses zugeteilt hatte, ihr allein hatten wir es zu verdanken.

Morgens hatten wir ein sonniges Frühstücksplätzchen im Hinterhof und am Nachmittag bis die Sonne unter ging, wurde unsere Terrasse besonnt. Die Entscheidung, ob wir uns hinter oder vor dem Haus, oder irgendwo am langen Sandstrand sonnen wollten, wurde uns vielfach durch den Wind abgenommen.

Es war interessant auch hier in Pt. Leucate zu sehen, wie unterschiedlich die Interessen und Prioritäten der Gäste aus ganz Europa waren. Auf der einen Seite waren vor allem Deutsche und Holländer, denen Sauberkeit und eine perfekte Wohnung wichtiger sind, als gutes Essen. Sie wohnten vorwiegend in der neueren, etwas einheitlich gestalteten Siedlung Oasis, welche diese Anforderungen erfüllt. Zu einem deutlich höheren Preis, versteht sich.
Gleich nebenan die Siedlung Aphrodite in der wir wohnten, sie ist einfacher, älter und auch billiger. Dafür bleibt den Besitzern die hier vornehmlich Franzosen sind, mehr Geld um ihre Wohnung individuell umzugestalten wozu die Proprietaires nur hier berechtigt sind und von diesem Recht machen viele auch Gebrauch. Danach bleibt aber immer noch genug übrig um sich kulinarisch verwöhnen zu können, denn im Gegensatz zur andern Seite gab es hier mehrere Restaurants und gute Läden.

Einmal machten wir einen interessanten Ausflug zu den speziellen Felsformationen bei   lle-sur-Tet wo wir begeistert umher kletterten.

Für 11 Tage besuchte uns am 4. 10. nun Brigitte Schilliger mit ihrem als Jux bestellten Laptop. Zum Glück hat sie ihn Heinz erst nach ein paar Tagen vor die Nase gesetzt. Von dem Moment an schwebte er nämlich auf einer anderen Wolke. Uns Frauen schien es, dass er selbst sein Hobby "kochen", jetzt als lästige Arbeit empfand, denn er liess sich jedes Mal mehrfach bitten, bis er damit anfing. Aber zu seiner eigenen Belohnung liess er den beiseite gestellten Apparat nach dem Dessert erneut bis in alle Nacht hinein heiss laufen...

Dank dem also und dem zusätzlich günstigen Umstand, dass Port Leucate das beste und billigste Internet-Cafe hatte, das wir in den letzten 6 Monaten gefunden hatten, konnte nach X Stunden in denen Heinz richtiggehend am Computer gearbeitet hatte, unser (bzw. sein) Kind geboren werden -

Unsere Homepage  http://de.geocities.com/roving_spirits  ging am 21. Okt. 2002 'on-line'.

Anfang Oktober, als der Grossteil der Touristen wieder abgezogen war, kamen die Temperaturen dann so auf 20-23 °C runter und es gab einige stürmische Tage und ausnahmsweise auch mal Regen. So gegen mitte Okt. war es zwar meisten wieder sehr sonnig, aber oft genügte nun schon ein schwacher Wind und wir froren am Strand, denn es hatte nur noch um die 20 °C Wärme. Genau die richtige Zeit für uns, mit den Vögeln richtung Süden zu ziehen. Weitere FKK Jahre: 2002-2003(Frankreich und Spanien)


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